Samstag, 26. Juli 2014

II (25.07.2014)



Abreise! 


Sarah hat sich den Luxus gegönnt, die letzte Nacht in Deutschland ohne mich zu verbringen… so schnell wird sie die Gelegenheit nicht nochmal bekommen. Treffpunkt war also der Flughafen in Frankfurt. Dort stand der letzte (und vielleicht schmerzhafteste) Abschied an. Die Eltern wurden unter Tränen an der Sicherheitsschleuse zurückgelassen. Zum Glück wirken Aufregung und Vorfreude zumindest etwas schmerzlindernd.

 Was auf das reibungslose Check-Inn folgen sollte, war jedoch filmreif. Pünktlich um 15.20 Uhr rollte unser Flieger auf die Startbahn, bremste jedoch plötzlich ab und der Pilot meldete sich mit der Nachricht: „Hier brennt eine Lampe und es gibt eine Statusmeldung, dass etwas mit dem Flugzeug nicht in Ordnung ist. Wir parken also nochmal und rufen einen Techniker, der die Meldung löscht!“ Meldung löschen, statt dem Problem nachzugehen? Wäre schon mal nicht unsere erste Idee gewesen… 
 Jedenfalls kam nach einer halben Stunde rumstehen die Nachricht, dass die Meldung nicht einfach zu löschen sei, sondern tatsächlich ein ernstes Problem mit dem linken Triebwerk (über dem wir genau sitzen) vorlag. Seltsam.. Man dachte ja diese Lämpchen und Warnungen hätten nichts zu bedeuten… Die Techniker krabbelten also am Flieger rum um die Technik und Mechanik zu überprüfen, während Mitarbeiter bereits die Treppen wieder am Flugzeug anbrachten. Alles deutete darauf hin, dass wir einen Ersatzflieger bekommen sollten. Zur Ungewissheit was uns auf Mauritius erwartet gesellte sich also auch noch die Frage, ob wir überhaupt fliegen würden. Die Umsitzenden waren sich auch einig, dass es besser wäre ein anderes Flugzeug zu kriegen, als den 11 stündigen Flug mit einem…noch-gerade-so-naja-funktionierenden Triebwerk in Angriff zu nehmen. Condor sah das aber anders. Das Problem wurde gelöst und die Startbahn erneut angesteuert. Sarah und ich krallten uns ineinander, im Hinterkopf die letzten Geschehnisse über Mali und der Ukraine und die Frage, ob wir ganz ohne Eingriff von Rebellen den immer noch machtlos auf der Dachterrasse des Airports wartenden Eltern eher Kummer bereiten würden, als erwartet. Der Start war dann eine ganz holprige Angelegenheit, wir fielen durch mehrere Luftlöcher, der Pilot flog ganz unvermittelt eine scharfe Linkskurve und Sarah und ich konnten über dem linken Triebwerk einen seltsam gefärbten Luftstrom sehen. Nicht gerade beruhigende Umstände für unsere Nerven. Einmal auf 10.000 Metern Höhe angekommen war es mit der Angst allerdings vorbei. 

Dann gab es von Condor netterweise einen Longdrink UMSONST! Vodka-Cola auf leeren Magen... ich muss das nicht weiter ausführen! 
Das Essen war auch echt lecker! Nudeln mit Bolognesesauce, Krautsalat, Vollkornbrot mit Aufstrich, Laugenbrötchen und Desert. 





Jetzt haben wir gerade (Stand 22.45 Uhr) Khartoum, die Hauptstadt des Sudan, überflogen. Wir lassen also die Sahara hinter uns und rasen mit über 900 km/h auf den Äquator zu. Vom tropischen Regenwald unter uns sehen wir leider nichts. Die Route führt uns noch über den Süd-Sudan, Äthiopien, Kenia und Somalia. Dann kommt lange nur noch Indischer Ozean und schließlich (hoffentlich im Morgengrauen) Mauritius. Vom ersten richtigen Tag vor Ort wir dann Sarah berichten. Nun erstmal „Salam“ aus dem -40 Grad kalten Luftraum über Ostafrika….













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