Mittwoch, 27. August 2014

X (17.08. - 27.08.2014)






Liebe Daheimgebliebene,

wir haben uns lange nicht gemeldet und das hat auch einen Grund. Nach 4 Wochen Mauritius haben wir so langsam einen geregelten Alltag. Dass wir uns nicht gemeldet haben zeigt doch eigentlich, dass es nicht viel zu meckern gab :-)
 
Zunächst wollen wir euch heute von unserem zweiten Ausflug nach Port Louis berichten, den wir vorausschauenderweise mit dem Bus unternommen haben. Tatsächlich war das Verkehrsaufkommen wie erwartet, sodass wir heilfroh waren, nicht mit dem eigenen Auto in diesem Stau stehen zu müssen. Dort angekommen war unser erstes Ziel das Passport & Immigration Office wo wir unser medizinisches Gutachten abgeben mussten. Viele von euch werden sich sicher daran erinnern, dass wir das schon lange vor unserer Abreise in Deutschland haben machen lassen aber das reicht den mauritischen Behörden wie gesagt nicht. Lustige Randgeschichte: im Sterling House sitzen Liftboys und –girls, die dafür bezahlt werden, den ganzen Tag im Aufzug zu sitzen und für die „Fahrgäste“ die Knöpfe zu drücken. Einige haben sich den Arbeitsplatz mit Radio und bequemem Hocker sogar recht schön eingerichtet. Auf dem Rückweg zu Busbahnhof ließen wir uns dann entspannt von der Masse leiten und schlenderten durch die Straßen von Mauritius und landeten irgendwann in Chinatown. Dort entdeckten wir in einer Seitenstraße einen Friseur. Von außen war der Laden unscheinbar aber die vielen wartenden Menschen machten uns Hoffnung, dass wir nach dem Besuch nicht total verunstaltet aussehen würden. Per SMS (ja sowas nutzt man hier noch) informierten wir uns bei Percy und Oswaldo, einem Kommilitonen, nach fairen Preisen. Magnus machte den Anfangt. Ganz mutig setzte er sich in einen der Stühle und ließ es zu, dass der Friseur ohne viele Worte einfach mal machte…. Nachdem das Ergebnis echt zufriedenstellend war, traute auch ich mich wenigstens die Spitzen schneiden zu lassen. Spitzen ist ein unterschiedlich definierbarer Begriff, sodass der nette Kreole doch deutlich mehr abschnitt als ich es ihm vorher gesagt habe… Naja, wächst ja wieder! Der Preis war mit 250 Rupees, also 6 Euro für beide zusammen zwar für die hiesigen Verhältnisse am oberen Rahmen, aber wir waren mehr als zufrieden damit. Anschließend machten wir uns weiter auf den Weg zum Bus, wo uns eine Stimme entgegen hallte: „Kaufe einen Kebab für 60 Rupees (1,20 Euro) und kriege einen zweiten geschenkt!“. Bei diesem Angebot mussten wir einfach zuschlagen! Und das Beste: der Kebab (worunter man sich ein Baguette mit Fleisch, Salat und Saucen vorstellen muss) schmeckte richtig gut! Als wir wieder zuhause waren, rechneten wir mal zusammen, was uns dieser Tag in Port Louis eigentlich kostete. Wir haben ja richtig zugeschlagen: Busfahrt hin und zurück, zweimal Haareschneiden und zwei Kebab für insgesamt 10 Euro. Das war auf jeden Fall ok!
 




Letzte Woche Montag haben wir endlich ein neues Klischee erfüllt: wir sind in unseren Freistunden nach Bagatelle, einer Shoppingmall, gefahren und haben uns dort die Brauerei Flying Dodo angeschaut. Wir haben euch ja schon von Jens erzählt, dem bayrischen Braumeister, der dort arbeitet. Dieser lud uns dann auch direkt auf ein Bier ein, am Montag, in den Freistunden der Uni, um 12 Uhr…. Die Brauerei gefiel uns richtig gut, sodass wir dort in naher Zukunft mal mit Jens und seiner Frau Steffi essen gehen wollen.
  










Die Woche über hatten wir nur ganz normalen Alltag mit Uni, Einkaufen, Kochen, Schlafen und Strand. Als wir jedoch am Samstag aufwachten, schockte uns zum ersten Mal das Wetter: Regen! Nach 4 Wochen habt ihr es geschafft und den deutschen Regen zu uns geschickt. Es regnete wirklich den ganzen Tag ununterbrochen, sodass wir die Zeit nutzten und endlich mal unsere Wohnung richtig aufräumten und vor allem putzten!

Nachdem Magnus es die letzten Wochen schon so vorbildlich mit dem Sport gehalten hat, hab ich mich am Montag zum Zumba angemeldet. Die Woche vorher hatte ich mir im Bagatelle schicke Sportschuhe gekauft. Ich war auch tatsächlich zweimal Joggen, was bei den Bergen hier zu einer echten Herausforderung wurde. Also lieber Zumba! Das ist eine bunte Gruppe von Frauen und tatsächlich einem Mann, jeden Alters und jeder Gewichtsklasse. Das ganze kostet mich jetzt 250 Rupees (6 Euro) im Monat, für zweimal die Woche je eine Stunde Tanzen. Und es macht mir wirklich super viel Spaß und das ist ja die Hauptsache daran.




Zum Schluss haben wir jetzt noch eine Neuigkeit für euch: es reifen in unserem Garten die ersten Bananen! Beim nächsten Mal können wir dann vielleicht schon berichten, wie sie schmecken!




Das aller Beste kommt zum Schluss: nachdem ich jetzt seit Wochen auf das Ergbnis meiner Bachelorarbeit gewartet habe, kam die freundige Nachricht gestern nach der Uni. Mama hat mein Zeugnis, das per Post nach Hause kam, in Empfang genommen und mir sofort ein Foto davon geschickt. Die Bachelorarbeit habe ich mit der Note 1,7 bestanden und habe somit eine Abschlussnote von 1,4!!! Das wurde natürlich ausgiebig mit den bremer Jungs in Form einer Poolparty und viel Bier und Rum gefeiert. 

Ich möchte mich an dieser Stelle auch nochmal bei allen bedanken, die mich in der schweren und stressigen Zeit während des Bachelorabschlusses unterstützt haben. Vor allem möchte ich mich bei meinen Eltern, meinen tollen Freundinnen und ganz besonders bei Magnus bedanken. 
Ich liebe euch!


So das wars jetzt von uns!
Macht es gut ihr Lieben und bis bald.

Magnus und Sarah


P.S.: Wir sind stolz auf den VfL und verfolgen mit Freude jedes Spiel!

P.P.S.: Schalke? Wer oder was ist das?






Kommentare:

  1. Ihr könnt doch nicht über einen Friseurbesuch schreiben und dann kein Foto einfügen ;)

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