Donnerstag, 9. Oktober 2014

XV (29.09. - 07.10.14)

Björn und Pia sind angekommen
Hallo ihr Lieben!

Heute kriegt ihr wieder die brandaktuellen News von der Insel. Durch die Fülle von Ausflügen sind wir wieder etwas spät dran. Wir versuchen die Ereignisse etwas aufzuteilen. 

Letzte Woche Montag war es soweit, unser erster Besuch ist angekommen. Björn und Pia machen zwei Wochen Urlaub hier auf Mauritius und wohnen in einem der schicken Hotels in der ersten Reihe am Strand. 


Für Donnerstag hatten wir uns mit Oswaldo, einem unserer Unifreunde, verabredet. Er wollte uns bei einer Hausaufgabe helfen und hat uns direkt zu sich nach Hause eingeladen. Eigentlich wollten wir dort gar nicht so lange bleiben, denn ich wollte abends zum Zumba gehen, aber als Oswaldo uns sagte, dass seine Mama sauer sei, wenn wir nicht zum Essen bleiben, entschieden wir uns kurzerhand gegen das Tanzen und für das Essen einer echten kreolischen Hausfrau. Diese Entscheidung haben wir am Ende des Abends alles andere als bereut. Oswaldo wohnt gemeinsam mit seinen Eltern, seiner Schwester und dessen Mann in einem Haus in Floréal. Die Familie hat einen kleinen Cateringservice und richtet in ihrer „Garage“ sämtliche Speisen für Festivitäten wie Hochzeiten oder Erstkommunionen an. Auch für uns wurde allerlei aufgetischt. Als Vorspeise gab es selbstgemachtes Sushi, Fischstäbchen und eine Schweinerolle. Zur Hauptspeise dann frische Farata mit Hirschcurry und Kürbisgemüse, als Nachspeise Crème caramel und einen heißen Kakao. Der Abend wurde länger und länger und statt um 18h machten wir uns erst zur Geisterstunde wieder auf den Heimweg.
Oswaldo hatte uns zu sich eingeladen
Im Kreise der Familie Michel, die uns bereits für Neujahr
eingeladen hat!


In Blue Bay kaufte sich Sarah eine schöne Kette

Am Freitag ging es dann mit Björn und Pia in den Osten um dort Marcel vom Flughafen abzuholen. Voller Tatendrang und Neugierde auf die Insel ging es noch mit dem Koffer im Kofferraum direkt an die Blue Bay. Die Badehose konnte mühelos im Auto angelegt werden, sodass Marcel schon eine Stunde nach der Ankunft im Indischen Ozean schnorchelte. Abends ging es dann „konkret zupati“ (eine von den internationalen Studenten/Praktikanten organisierte Party). Ein langer und ereignisreicher Tag, dessen Strapazen unser Besuch auf der zum Bett umfunktionierten Strandliege in der Küche verarbeiten konnte.


Mahébourg liegt wunderschön an einem Fluß



Samstag haben wir uns dazu entschieden in den Nationalpark zu fahren, um dort wandern zu gehen. Wir waren dort ja schon vor ein paar Wochen, jedoch sind wir die Route nicht bis zum Ende gelaufen. Diesmal wollten wir jedoch das große Ziel erreichen: einen Wasserfall. Thorben, Chris und Natascha begleiteten Marcel und uns auf dem stundenlangen Marsch durch den Wald, dessen erstes großes Highlight ein verendeter Hirsch war, der am Wegesrand wie im Gedicht von Baudelaire (deutsch / französisch) von Maden zersetzt wurde. Es hieß: Nase zu und durch, und tatsächlich lohnte sich der Schweiß der anstrengenden Wanderung, denn der Wasserfall, den wir schließlich für uns alleine hatten, war wunderschön und erfrischend.
Ein wildes Marcel

Das Ziel war ein riesiger Wasserfall
Ala nou la!


Die Wandergruppe am Ziel

Sonntag sind wir ganz früh aufgestanden, um mit dem Bus nach Quatre Bornes zu fahren. Dort gibt es jeden Mittwoch und Sonntag neben dem normalen Obst- und Gemüsemarkt einen großen Textilmarkt, wo man allerlei fast originale Trikots, Tshirts und Kleider kaufen kann, die hier in der besten Textilindustrie der Welt hergestellt werden. Danach sind wir zum Strand gegangen, haben uns dort mit Oswaldo getroffen und haben mit ihm den Nachmittag bis zum Sonnenuntergang dort verbracht. Am Abend waren wir dann bei Steffi und Jens verabredet. Wir haben unsere Vorräte mit ihren gemischt und daraus eine leckere Reispfanne gezaubert. Während Steffi und ich fleißig in der Küche waren, hatten die Jungs Spaß im Pool. 


Alte und neue Freunde :)
Glücklich, dass ein Stück Heimat hier ist


Montag sind wir wie immer früh aufgestanden um pünktlich um 8.30 Uhr in der Uni zu sein. Als wir in die Küche/Marcels Schlafgemach kamen, mussten wir jedoch feststellen, dass wir mal wieder Stromausfall hatten, wie so oft in den letzten Tagen. Stromausfall bedeutet, dass wir den Kühlschrank nicht aufmachen können, da man nie weiß wie lange wir keinen Strom haben; dass wir nicht duschen können, denn morgens wird im ganzen Land das Wasser für mehrere Stunden abgestellt. Dafür hat jedes Haus eine Pumpe auf dem Dach, damit trotzdem Wasser aus dem Hahn komm. Natürlich funktioniert die Pumpe aber nur, wenn man auch Strom hat…; Stromausfall bedeutet aber auch, dass ich mir keinen Kaffee machen kann und ohne Kaffee kann ich den Tag nicht überstehen! Die einzig logische Konsequenz war, wieder ins Bett zu gehen! Die plötzlich gewonnenen 9 Stunden Freizeit verbrachten wir mit Strand, Einkaufen, Kochen, Putzen und am Abend Zumba für mich und Fußball für die Jungs. Marcel gab nach fünfmonatiger Verletzungspause (Kreuzbandteilriss) ein gelungenes Comeback im defensiven Mittelfeld und Christiaan der ganzen Runde ein kühles Bier aus.

Straßenecke in Port Louis mit typischer
Quincaillerie

Dienstag sind wir, wieder mit dem Bus, nach Port Louis gefahren. Auch wenn wir uns von mal zu mal wohler in der Hauptstadt fühlen, ist es immer wieder spannend die emsigen Händler zu sehen und mit ihnen zu feilschen. Nach einer Zuckerrohrsaftstärkung am Hafen ging es dann zur Uni. Unsere Gäste sollten ja auch den Unialltag auf sich wirken lassen können. 



Ganz schön schwer!
Sarah schwingt das Fleischerbeil
Das Auge isst mit...
Auch Marcel darf sich am Kuhfuß austoben

Erkennt noch jemand zufällig einen gewissen Dau in Sarahs Haltung?           

Blick von Henrietta auf Flic en Flac
Zum Glück hatte ich meinen alten Friseur in den engen Gassen von Port Louis nicht mehr wiedergefunden, denn nachdem wir nachmittags noch den Ausblick von Henrietta über die weiten Täler des mauritischen Westens genossen haben, entdeckten wir einen kleinen arabischen Friseursalon. Amid wollte die Haare „sehr gerne [schneiden], mein Bruder“. Die Fotosession und die gute Frisur waren die 110 Rs (knapp 3 Euro) wert.
Die Wartenden...

Hoffentlich die richtige Frisur gewählt...
Spaß bei der Arbeit

Amids "magic fingers" haben ihr Bestes gegeben!

An dieser Stelle machen wir erstmal Feierabend und melden uns Ende der Woche mit den Erlebnissen der nächsten Tage wieder!

Bis dahin!
Magnus und Sarah

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