Sonntag, 26. Oktober 2014

XVII (19.10. - 25.10.14)

Bonzour in die Welt!


Wir hatten selber schon damit gerechnet, Euch diese Woche einen stinklangweiligen Blogeintrag servieren zu müssen. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

Zunächst wieder so eine Geschichte, die man irgendwann mal seinen Enkelkindern erzählen wird: Aach Kinderen, aaach Kinderen… dat war noch wat, wie die Omma und der Oppa damals zwotausendvierzehn auf Mauritius warn und uns wie Bolle auf dat Konzert von La Fouine gefreut ham. Wie we noch an Tach davor mit ihn Fottos anne Pressekonferenz geschossen ham und gehofft ham datter die Omma vielleicht auffe Bühne holt. Ja, wat soll ich Euch sagn, von dem Konzert hamwa nich viel mitgekricht. Dat Rumoren im Bauch ging schon beide Vorband los und pünktlich zum zweiten Lied von Fouiny saß die Omma aufm Pott und der Oppa versuchte wien Bekloppten vonet Gatter daneben die Bühne zu sehn…

Egal, zwei oder drei Lieder haben wir schon noch mitbekommen und daraufhin das ganze Wochenende krankgefeiert.

Am Ende war doch alles gut!
La Fouine-Konzert mit Andy und seinen Freunden

In der Uni ist man dieser Tage ohne Jäckchen verloren...
Verschnupft durch übermäßigen Klimaanlageneinsatz ging es am Montag in die Uni. Wir hatten uns vorher schon den Horror der nächsten Wochen vor Augen geführt: Mehrere Referate, Hausarbeiten und Examen stehen bis Mitte November an. Doch in Aussicht der ersten Semesterferien seit Ewigkeiten (die letzten fielen ja aus, da die Uni hier schon los ging und in denen davor mussten Hausarbeiten und Bachelorprüfungen gemeistert werden) haben wir uns vorgenommen unsere volle Kraft nun in die Uni zu investieren!

Flyer zum Tag des Kreols 2014
Dr. Carpooran ließ sich jedoch nicht lumpen, uns noch ein Schüppchen Arbeit draufzulegen: Anlässlich des Internationalen Tages des Kreols hielt er es für eine schöne Idee, die beiden deutschen Kreolstudenten um einen kleinen Vortrag vor versammeltem Publikum im Auditorium der Uni zu bitten. So werden wir übermorgen die Gründe und Erfahrungen unseres Aufenthalts und ein paar momentan laufende Projekte vorstellen. Glücklicherweise dürfen wir zwischendurch der Einfachheit halber auch ins Französische wechseln.

Auch im offiziellen Programmheft tauchen wir und unsere Projekte auf
Pizza All you can Eat mit Oswaldo
In den nächsten Tagen wurde also am Vortrag gefeilt und durchgehend vorbildlich gearbeitet. Nur zum Sonnenuntergang lösten wir uns von den Büchern und schlenderten etwas am Meer. Dienstagabend nahmen wir natürlich den inzwischen zur Routine gewordenen Panarotti-All-You-Can-Eat-Pizza-Abend wahr, diesmal mit Oswaldo statt Marcel, der dennoch schmerzlich vermisst wurde!


Donnerstag setzten wir dann mit Oswaldo und Melanie ein ziemlich lustiges Projekt um. Wir hatten einen Sketch von Loriot ins Kreol übersetzt und wollten nun eine Weltpremiere feiern: Das erste deutsche Video mit mauritischer Synchronisation. Die Arbeit war total lustig und wird hoffentlich, bei der Präsentation am Montag dazu beitragen, dass sich mehr Mauritier ihrer Sprache bewusst werden und merken, dass nicht nur Französisch und Englisch zur Filmsynchronisation geeignet sind. Hier könnt ihr euch davon überzeugen:

video


Das Diwali-Gebäck riss uns nicht vom Hocker
Nach getaner Arbeit gingen wir gegen Abend noch mit Oswaldo, seiner Schwester Giovinella und ihrem Mann Stephane zum Strand und spielten ein bisschen Fußball und „Schweinchen in der Mitte“. Kreolen, die mit ihrem Phoenix-Bier anstoßen und dabei wie selbstverständlich „Prost!“ sagen, die den Ball in die Luft werfen und sich gegenseitig „Vini Sweynschen!“ zurufen – das ist schon ein merkwürdiges aber schönes Gefühl für uns und lässt nur erahnen, wie sehr sich die Leute hier um uns herum freuen, wenn wir sie überraschenderweise auf Kreol ansprechen. 

Ganz nebenbei war am Donnerstag „Diwali“ – ein großes Hindufest zur Feier des Sieges des Guten über das Böse. Gefeiert wird normalerweise im Kreise der (Groß)Familie mit bunten Lichterketten und viel süßem Gebäck. Eine Kommilitonin hat uns auch selbstgebackene Diwali-Süßigkeiten geschenkt, doch die von Sirup triefenden, gewöhnungsbedürftig würzig riechenden Küchlein kamen bei uns nur so mittel an…
Zu "Diwali" schmücken die Hindus ihre Häuser
Fisch-Kari-Roti sorgt für Strahle-Sarah
Heute revanchierten wir uns bei Oswaldo für seine Hilfe, indem wir uns für den empirischen Teil seiner Bachelorarbeit zur Verfügung stellten. Da es dabei um die verschiedenen Auffassungen von Humor geht, hatten wir mal wieder viel Spaß. Später wollte Oswaldo uns noch die Roti-Bude seines Vertrauens in Port Louis zeigen. Bisher hatten wir immer nur vegetarischen oder Hähnchen-Kari (Curry) in unseren Rotis, doch heute wagten wir uns auch an Fisch-Kari und wurden geschmacklich nicht enttäuscht. Schnell noch ein paar frische Mangos gekauft und ein kaltes Alooda getrunken und dann mit dem Bus nach Hause, um rechtzeitig zur nächsten Bundesliga-Niederlage vorm PC zu sein.


Waschechte Alooda werden auf dem Markt in Port Louis
aus Plastikfässern serviert
Die vielen Diwali-Kracher haben
Merry erschreckt, sodass sie
ständig bei uns sein will
Manchmal meint es die mauritische Textilindustrie
zu gut mit den Markenklamotten
(Marcels Foto)

Wir wollen uns auch bei den fleißigen Lesern bedanken, die uns nun schon seit genau 3 Monaten nicht vergessen haben und Sonntag für Sonntag gucken was wir so treiben! Danke dafür!

Schöne Grüße vom Schreibtisch! Drückt uns die Daumen für Montag!

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