Samstag, 15. November 2014

XIX (03.11. - 14.11.14)

Sarah vor einem Flammenbaum (Flamboyant), der
langsam anfängt zu blühen!
Hallo aus dem Dschungel!


Die letzten Wochen waren also anstrengend und wir haben nicht viel gesehen, außer unseren Schreibtisch, Bücher, Word und Powerpoint. Obwohl… Moment! Wir durften die reiche Fauna des Landes bestaunen. Dazu aber später mehr!

Zunächst zur Uni. Letzten Montag haben wir zwei Diktate auf Kreol geschrieben und uns dabei nicht schlecht angestellt. In der nächsten Woche stehen nun noch drei weitere Klausuren an. Außerdem haben wir schon die Noten für unsere Hausarbeiten und Präsentationen bekommen und siehe da, so doof sind die Weißen ja gar nicht! Im englischen Notensystem von A (beste Note) bis F, haben wir im Literaturkurs „Comicanalysen“ Noten zwischen A und A+ (!) bekommen. Im Literaturkurs „Sklaverei im mauritischen Roman“ lagen die Noten für unsere Hausarbeiten (in einem komischer-, aber für uns nicht mehr überraschenderweise anderen System) bei 24 von 30 Punkten. Sogar die Zwischenklausur, die wir über ein Buch geschrieben haben, das wir zu diesem Zeitpunkt nicht gelesen hatten und bei der wir das Schlimmste befürchteten, haben wir… bestanden!

Sarah muss ihre Hausarbeit über die
Rolle der Frau im Roman "Brasse-au-Vent"
vortragen
Referat über eine Analyse eines Spirou-Comics
Zur Erfrischung kauft Oswaldo uns Obst (Wir haben das
Vordrängelsystem bisher noch nicht verinnerlicht)

Wir müssen also einigen Aufwand betreiben, aber können dann doch auch hier gut abschneiden. Das gibt neuen Mut und Enthusiasmus für das nächste Semester. Und auch wenn man sich auf die Lippe beißt, wenn man von anderen internationalen Studenten hier erzählt bekommt, dass sie ihre Kurse bestehen ohne dagewesen zu sein, durch den puren Wohlwollen der Dozenten, so sind wir doch froh, regelmäßig gegangen zu sein und tatsächlich einiges gelernt zu haben.







Nun zum Dschungelcamp. Der erste große Sturzregen des Sommers hat zum Vorschein gebracht, mit welchem Getier wir uns diese schöne Insel leider teilen müssen. Als Sarah, die ihren grünen Daumen entdeckt hat und inzwischen Basilikum, Schnittlauch und Petersilie „anbaut“, ihren kleinen Kräutergarten anlegte, kamen zunächst die mittelgroßen Schaben zum Vorschein, die es sich in der Erde gemütlich gemacht hatten. Seitdem der Regen ihre Erdhöhlen geflutet hat, gesellen sich große, flugfähige Kakerlaken dazu, die es leider immer öfter auch in die Wohnung schaffen. Eigentlich tun die Viecher natürlich nichts, aber mit ihren langen Fühlern sorgen sie für Gänsehaut und unruhigen Schlaf. 

Die kuschelwütige Spinne war noch relativ klein
Wir wären nicht in den Tropen, wenn es nicht auch die ein oder andere große Spinne gäbe. Neulich wartete ein noch recht überschaubares Exemplar im Hundefuttersack auf mich und schmiegte sich sanft an meine Hand. Es gibt Augenblicke, da muss es einfach gestattet sein, wie ein kleines Mädchen zu schreien…






Leicht zu erkennen: Schnecken haben Hunger
Schwer zu erkennen: Wespen bauen Nest











In solchen Momenten freut man sich über die unkomplizierten Wespen, deren neues Nest der Gärtner spielend entfernt. Oder die schon fast niedlichen Riesenschnecken, die sich damit zufrieden geben am Hundefutter zu naschen, statt uns ins Haus zu folgen. Auch an die Mücken haben wir uns einigermaßen gewöhnt. Zwar zählen wir am Tag mindestens 10 neue Stiche, aber wir haben noch genügend Arzneimittel im Haus, um den Juckreiz einzudämmen. Außerdem helfen uns ja auch die Geckos, die sich übrigens in rasender Geschwindigkeit vermehren.



















Mit ein paar Ohrstöpseln sind auch die kreischenden um Litschis kämpfenden Flughunde in unseren Obstbäumen und das Konzert der Straßenhunde zu ertragen, in das unsere Hunde, wie jaulende Wölfe, Nacht für Nacht einsteigen. Bevor wir uns aber falsch verstehen: Wir sind immer noch überglücklich hier!

Straßenhunde, Straßenkatzen, Straßenhähne
Und vielleicht sind wir morgen schon überglücklicher, denn wir haben uns von 60 Millionen Rupees im Jackpot zum Lottospielen verleiten lassen! Drückt uns die Daumen!




Bis demnächst Sarah & Magnus


"Ein Grund mehr, stolz auf Mauritius zu sein" - Ja, endlich wird die
Postleitzahl eingeführt! Wir befürchten schreckliches....

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen