Donnerstag, 4. Dezember 2014

XXI (24.11. - 04.12.14)


Advent, Advent, die erste Kerze brennt…

Der mauritische Sommer kommt langsam ins Rollen und bringt so einiges mit sich: Einerseits ist die Sonne so stark, dass die regelmäßig aufgetragene LSF 30 Sonnencreme nicht mehr hilft. Andererseits brauen sich in Äquatornähe die ersten Zyklone zusammen und Monika und Sarah mutmaßen mit den verschiedenen Wetterdiensten um die Wette, ob sie uns treffen oder nicht, und wenn ja, mit welcher Stärke. Bisher bringen sie allerdings vor allem den Regen, den wir gut gebrauchen können:


Im Landesinnern regnet es ohnehin mehr: Floréal
Auch in Flic en Flac gehen heftige Regenschauer nieder


Die knallroten Flammenbäume blühen
Und wer liebt Sonne und Regen? Ja, okay… aber es ist doch langweilig sich dauernd über Mücken und Kakerlaken zu beklagen. Momentan freuen wir uns eher über die blühenden Flammenbäume (Flamboyants), die einzeln aus grünen Wäldchen hervorleuchten, oder in langen Alleen die Straßen säumen. Dazu sind auch die Mangos und Litschis inzwischen reif und können überall gepflückt werden:


Kommen Flammenbaum und Regen zusammen, kann dies sogar noch schöner aussehen:



Endlich wieder mit Katzen schmusen
Flammenbaum + Regen =
fast noch schöner
In den ersten Tagen der Ferien haben wir Sachen geschafft, zu denen wir vorher nicht gekommen sind. Zum Beispiel haben wir das Gästehaus von Rudi besucht, und Monikas Schwester Eva, ihrem Thornton und ihren Katzen einen Besuch in ihrem Domizil direkt am Meer abgestattet.








Das Gästehaus hat sich den Namen "Bellevue" redlich verdient




Nach ein paar Tagen am Strand und am Infinity-Pool wurde uns allerdings schon langweilig. Frei nach dem Motto: „Wer keine Arbeit hat, der macht sich welche“ haben wir uns umgeschaut, wo wir helfen können. Bei Sarah sorgten unglückliche Umstände dafür, dass sie bei einer Hochzeit samt Fotoshooting auf einem Katamaran helfen durfte. Blumenmädchen, Trauzeugin, Fotografin… kurz Mädchen für Alles. Es war ein richtig cooler Tag und hat super viel Spaß gemacht, dem Brautpaar einen unvergesslichen Tag zu bereiten. Danke an dieser Stelle an Thornton und Eva für ihr Vertrauen.
                                               Impressionen einer Hochzeit!


Warten auf den Wandel? Viele Mauritier verstehen nicht,
dass auch die politische Opposition wichtig ist
Normaler mauritischer Wahlkampf besteht aus
Fähnchen und Betonmischern (so zeigt der
Präsident, dass er seine Wahlversprechen - die
Verbesserung der Infrastruktur - hält!)
Die jungen Leute müssen erst begreifen, dass sie
Glück haben, frei wählen zu dürfen




Magnus hilft währenddessen Percy bei seiner Kandidatur für die Wahlen. Zum dritten Mal tritt dieser als unabhängiger Kandidat gegen die großen korrupten Parteien an und setzt sich für die Gleichheit aller Mauritier und den Naturschutz ein. Während die anderen Parteien die verschiedenen Ethnien gegeneinander aufhetzen und mit wahnwitzigen Versprechungen auf Wählerfang gehen (Der aktuelle Präsident verspricht bei Wiederwahl alle Punkte aller Verkehrssünder zu streichen!!!), verteilen die freiwilligen Helfer von Percy Flyer, Poster und Sticker mit einem Smiley. Sein Kredo: Hauptsache ihr geht überhaupt wählen und wählt keine große Partei. 


Er bezahlt die gesamte Wahlwerbung aus eigener Tasche und bietet auch anderen Kandidaten, beispielsweise einem Blinden aus Bambous (erster behinderter Kandidat aller Zeiten) eine Plattform, um ihrer Wut Luft zu machen. Leider ist die Gesellschaft zu verworren und die Bevölkerung nicht aufgeklärt genug, um Percy und seinem grenzenlosen Optimismus eine Chance zu geben. Die meisten wählen doch nach Ethnie oder danach, wer einen größeren Sack Reis verschenkt (leider keine Polemik)! Wir fahren dennoch über die Insel helfen bei Kundgebungen und kleben Plakate… Mal sehen wozu es führen wird! Einen kleinen Eindruck, wie das ganze hier dann aussieht liefert dieses sehr schöne Wahlvideo.

Vorne links der "Blinde, der klarer sieht, als die meisten Menschen hier!"
Jeder darf zeigen, was er kann und zum Wählen auffordern
"Nou tou morisien - nou tou parey"
KEEP SMILING - Wahlkampf auf Kreol

 Arbeit und Stärkung


Bei dieser Gelegenheit hat Magnus auch seinen alten Freund Fredo wieder getroffen, mit dem er schon 2008 für das Sakifo-Konzert von Percy die Werbetrommel rührte. Seine Familie wohnt in Chemin Grenier und Fredo hat sofort stolz seine Kinder vorstellen wollen. Les voilà:




Und während in Dortmund die rote Laterne brennt (sorry!), hat sich Sarah dafür entschieden bei uns mit Adventskerzen die Weihnachtszeit einzuläuten. So trällerte Rolf Zuckowski sein Winterkinder-Konzert über Youtube und Sarah dekorierte wie eine Weltmeisterin unsere Küche mit kleinen Glitzersternen und Schneeflocken, die wir beim Chinesen unseres Vertrauens erstanden haben. Ein bizarres Bild, aber auch so eine Weihnachtszeit muss man mal erlebt haben!



Eisbären, Schneemänner, Schlitten... doch echten Schnee haben die meisten Mauritier nie gesehen 



Der Weihnachtsmann kommt hier im Toyota - Ho ho ho!
Die letzten Fotos zeigen einen der magischen Sonnenuntergänge am Strand in Flic En Flac. Auch wenn wir kaum glücklicher sein könnten, lädt die besinnliche Jahreszeit doch dazu ein, an zu Hause zu denken und an die Familie und Freunde... Von manchen hören wir täglich, von anderen ab und an. Mit manchen haben wir gar nicht gesprochen und doch wissen sie wie es uns geht, weil sie unseren Blog verfolgen. Danke Euch allen dafür, dass ihr euch immer noch hin und wieder auf diese Seite verirrt. Inzwischen sind es über 5300 Aufrufe, eine Zahl, mit der wir niemals gerechnet hätten...


Ein Fischer am Riff
Der Rempart ist ein traumhaft schöner Berg









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