Montag, 5. Januar 2015

XXIV (27.12.14 - 04.01.15)


Banane 2015 alle zusammen!


Nein, wir sind noch nicht völlig Banane… Wir wünschen Euch ein Frohes Neues Jahr auf Kreol J Und „Banane“ war der Zankapfel für eine lange Diskussion zwischen Percy, Sarah und mir um 4 Uhr am Neujahrsmorgen. Denn während der Mond langsam im Meer unterging, philosophierten wir, zugegebenermaßen nicht mehr ganz nüchtern, über Vor- und Nachteile der offiziellen Orthographie, die wohl 99,9% aller Leser (auch Mauritier) dazu verleitet, statt ans Neue Jahr („bonne année“ - „Banané“) an eine Frucht zu denken.

"Unser" Haus am Meer


Der Regen übernimmt die Aufgabe der Gartendusche
Köstlich: Sarahs Coq-au-Vin
Blicken wir aber nochmal zurück ins alte Jahr. Unser Umzug ins Haus am Meer bietet uns die Möglichkeit endlich Besuch zu empfangen. Neben Eva und Monika kamen uns auch Steffi und Jens besuchen, für die Sarah ihren ersten Coq au Vin kochte. Super lecker! Bei immer weiter steigenden Temperaturen konnte uns auch der Regen nicht davon abhalten ins Meer zu gehen. Bei brütender Hitze ist es einfach egal, ob das Wasser von oben oder von unten kommt…

Steffi und Jens waren zu Besuch

Am 29.12. bekam Sarah endlich zum ersten Mal „eigenen“ Besuch aus der Heimat. Für ihre Freundin Nadja ist es der erste Strandurlaub seit Jahren, sodass sie natürlich abends sofort die Füße in den indischen Ozean hielt! Viel Eingewöhnungszeit blieb ihr allerdings nicht, denn Oswaldo wollte seinen Geburtstag am Strand in Flic en Flac feiern. Ein echtes kreolisches Fest mit kulinarischen Spezialitäten, Musik und Gesang am Strand erleben die wenigsten Urlauber, erstrecht nicht hautnah.






Oswaldo wurde 22

Geburtstagskind Oswaldo mit Giovi und Sarah
Die Organisation fiel mal wieder unter das Motto „Welcome to Mauritius“: Nachdem uns gesagt wurde, dass wir um 19h am Strand sein sollten, entschieden Sarah und ich uns aus Erfahrung, nicht vor 20h loszufahren. Als wir um 20h45 am Strand ankamen war Oswaldo weit und breit nicht zu sehen. Als wir anriefen, sagte er uns, dass er noch nicht da sei und gleich erstmal einen geeigneten Platz am mehrere Kilometer langen Strand suchen wolle. Typisch. Von Geburtstagsfeier also zunächst keine Spur und erst deutlich nach 21h fanden wir einen Platz, an dem dann allerdings in Windeseile Tische, Stühle, Generator, Licht, Boxen, PC, Wasserpistolen und haufenweise Speis und Trank aufgetischt wurden. Schließlich konnte es doch losgehen und wir feierten bis tief in die Nacht mit Familie und Freunden zur Segamusik.

Damian sorgt für Stimmung
Oswaldos Nichte Casey sorgt für Abkühlung
Sarahs linke Hand ist pechschwarz nachdem sie Pedro aus
dem Motor des Autos gefischt hat
Der nächste Tag begann mit einem Schrecken. Der kleine Kater Pedro war über den Radkasten unter den Motor unseres Autos geklettert und konnte den Rückweg nicht finden. Seine Schwester machte uns durch lautes Miauen auf den Unglücksraben aufmerksam. Der völlig verängstigte Kater versuchte immer wieder durch viel zu enge Öffnungen zu kommen und Sarah musste vollsten Körpereinsatz zeigen, um ihn schließlich doch zu befreien. So konnten wir auch das Auto wieder nutzen und mit Nadja Sommerkleider in Rose-Hill shoppen fahren. 


Am 31.12.13 waren Nadja und Sarah in Paris
am 31.12.14 zumindest im Petit Paris in Rose-Hill
Für Abends hatte Sarah eine tolle Idee. Zunächst kochte sie eine Kürbiscremesuppe und ein Hauptgericht mit Reis, Hühnchen, Gemüse und Ananas-Curry-Soße. Nach dem Essen folgte ein Strandspaziergang bei dem wir das Feuerwerk entlang der gesamten Westküste sehen konnte. Nachdem wir 2014 zufällig mit Nadja zusammen auf den Champs Elysées in Paris ins alte Jahr gerutscht waren, rutschten wir diesmal unter Palmen 3 Stunden eher ins Neue. Anschließend schlenderten wir zu Percy und plauderten noch mit seiner Familie und Freunden. Dass der Sekt die eingangs erwähnte Diskussion bis in die frühen Morgenstunden ausdehnen würde, konnte dabei niemand ahnen… Sarah nutzte die Zeitverschiebung noch zum Skypen mit den Liebsten in der Heimat, sodass die räumliche Distanz wieder einmal in Vergessenheit geriet.
Mitternachtsselfie - leider war der Blitz nicht stark genug!
Neujahr wurde folglich ein entspannter Tag. So richtig ging das neue Jahr also erst am 2. Januar los. Und wie: Die Dreamcatcher Eva und Thornton hatten uns angeboten, den Jahresauftakt mit ihrem Katamaran zu begleiten und die bei uns so beliebte Tour zur Ile Plate mitzumachen. Begeistert schälten wir uns frühmorgens aus den Betten und machten uns um 7h auf den Weg. Doch schon in der ersten Kurve merkte ich, dass sich unser Perodua nicht so geschmeidig lenken ließ wie sonst. Ein deftiger Plattfuß hinten links, kein Geld auf dem Handy und unser Autovermieter nutzte den Feiertag (ja, der 2.1. ist auch Feiertag) natürlich auch aus. Von Panik gepackt machte ich mich an den gewöhnungsbedürftigen Wagenheber (dessen Technik ich bis heute nicht komplett verstanden habe) und führte mit Nadja einen blitzsauberen Boxenstopp durch. Sarah verständigte inzwischen Eva über unsere Verspätung. 


Doch für diesen Schock wurden wir mehr als gebührend entschädigt. Denn während auf Mauritius dichte Regenwolken aufzogen, schipperten wir gemächlich über das offene Meer zur paradiesischen Ile Plate, wo wir neben dem wie üblich köstlichen Barbecue und den diversen Schnorchelausflügen, diesmal von Thornton sogar zu einer Fotosession eingeladen wurden. Auch wenn ich mir sicher bin, dass er mich nur aus Höflichkeit gefragt hat, um meine bessere Hälfte vor die Kamera zu bekommen… Die Fotos sind jedenfalls sehr schön geworden. Leider ging der Tag viel zu schnell vorbei!

Auf Mauritius regnete es, doch wir hatten Sonne satt
Der Katamaran: www.dreamcatcher-mauritius.com
An Bord



Abgetaucht!


Wie im Aquarium...
Nadja und Sarah schnorcheln an der Ile Plate

Am nächsten Tag wollten wir das tapfere Reserverad erlösen und den Reifen flicken lassen, außerdem musste unser Handykredit endlich aufgeladen werden, doch: „Welcome to Mauritius“! Wenn Donnerstag, der 1. und Freitag der 2. Feiertage sind, und am 4. ein Sonntag ins Haus steht… warum sollte man dann, um Himmels willen, am Samstag sein Geschäft öffnen? Richtig, das Reserverädchen muss auch weiter seinen Dienst tun. Statt also größere Touren in Angriff nehmen zu können, waren wir an unser Haus am Meer gebunden – schade! Andererseits aber eine Gelegenheit, Fredo und seine Familie in den Garten, bzw. zum Strand einzuladen. Wir bekamen also wieder Besuch, inklusive Freund und Schwiegermutter. Zunächst war es uns unangenehm, einer Familie aus dem Armenviertel von Rivière Noire zu zeigen, wie wir junge Leute momentan leben. Doch Neid scheint für diese Leute ein Fremdwort zu sein. Sie schienen vielmehr stolz und glücklich über den einen schönen Nachmittag im Garten am Meer gewesen zu sein, als sich ihre Lebensfreude durch Neid, Missmut und Klagen über ihre eigene Mittellosigkeit nehmen zu lassen. Es war ein bemerkenswert schöner Tag, an dem wir viele liebe Worte gehört haben: Unter anderem der Wunsch, dass wir doch bitte jedes Jahr unseren Urlaub auf Mauritius verbringen sollen und der Wunsch, 2016 bei Naomis Erstkommunion dabei zu sein… 
Cinque, Fredo, Magnus, Caroline, Naomi, Anne Laure, Sarah, Mama
Naomi angelt für uns im Sonnenuntergang



Fast ein kleiner Picasso: Naomi malt Magnus

Caroline hat Sarah inzwischen so ins Herz geschlossen, dass diese sich nicht dagegen wehren konnte einen Zehenring und Nagellack geschenkt zu bekommen und die Kinder führten mich abends ins Heiligste der Familie: Das mickrige, stickige Schlafzimmer, in dem Fredo, Caroline, Naomi und Anne Laure auf 2 viel zu weichen Matratzen jede Nacht unter einem Wellblechdach schlafen. Es ist bedrückend und beeindruckend zugleich, wie sie ihr Leben meistern und wie anders ihre Werte im Vergleich zu denen sind, mit denen wir tagtäglich konfrontiert sind.

Markt in Quatre Bornes
Heute sind wir schließlich mit dem Bus zum Markt in Quatre-Bornes gefahren. Offensichtlich haben wir uns inzwischen immer besser an das basarartige Treiben gewöhnt, denn gerade Sarah kann inzwischen zwischen Krimskrams und Ramsch immer öfter schöne und günstige Dinge herausfiltern. Aber auch Nadja wurde für sich und ihre Familie fündig. Anschließend fuhren wir nach Flic en Flac und besuchten Monika und die Hunde, die uns im großen Haus am Strand immer öfter auch fehlen.

Soviel zu unseren ersten Tagen im neuen Jahr! Wir hoffen, dass Ihr alle gut reingekommen seid und wünschen euch für 2015 nur das Allerbeste! 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen