Sonntag, 11. Januar 2015

XXV (05.01. - 10.01.15)

Bonjour!

Pünktlich zum Sonntag wollen wir euch von unserer ereignisreichen Woche berichten. 

Nadja war auch diese Woche noch unser Gast weshalb wir viel unternommen haben. Begonnen haben wir mit einem Besuch im Casela Park. Was ursprünglich nur ein Vogelpark war, ist heute ein Park für Groß und Klein, der viele verschiedene Tiere und Attraktionen bietet. Für mich persönlich gab es drei Highlight: 1. die kleinen Löwenkinder, die erst wenige Monate alt und noch total verspielt sind. 2. Giraffen – endlich Giraffen! Jeder der mich kennt weiß, dass die Langhälse zu meinen absoluten Lieblingstieren gehören und dass ich mich stundenlang an den Zaun stellen könnte um ihre Schönheit zu betrachten. 3. WIR HABEN LÖWEN GESTREICHELT!!!!! 


Die Königin der Löwen

Ja, wir waren tatsächlich so lebensmüde und haben uns in „die Höhle des Löwen“ begeben. Bewaffnet mit einem Stock, vor dem die Tiere angeblich Respekt haben (man muss diese Tiere nicht verstehen!), sind wir in Begleitung von mehreren Tierpflegern in das Gehege gegangen und durften schön vorsichtig, einer nach dem anderen eine Löwin streicheln, die es sich zusammen mit einer anderen Löwin und ihrem Gatten auf einem Baumstamm bequemt machte. Beim Betreten des Käfigs hab ich am ganzen Körper gezittert vor Angst aber das Streicheln eines so gefährlichen Tieres, das man sonst nur hinter einer Glasscheibe sieht, war echt ein unglaubliches Gefühl.

Inwieweit der Plastikstab tatsächlich zur Selbstverteidigung
gedient hätte, mussten wir zum Glück nicht erfahren


Danach ging es für uns dann noch in einem Safaribus zu anderen Löwen die quasi wie in freier Wildbahn innerhalb dieses Parks leben und zu den riesigen Tigern. Insgesamt verbrachten wir den ganzen Tag dort und erkundeten jeden Winkel. Leider mussten wir aber auch viel Zeit mit unnötigem Warten auf irgendwelche Busse verbringen. Einige Strecken durfte man tatsächlich nur mit ihnen zurücklegen obwohl es jeder Mensch mit zwei gesunden Beinen auch in der Hälfte der Zeit zu Fuß geschafft hätte. Das Ganze bei 35 Grad, praller Sonne und zu allem Überfluss haben uns die Mitarbeiter des Parks Zeit gekostet, indem sie uns in falsche Busse schickten und der ausgehängte Plan mit der Realität nicht viel gemein hatte. Ein zweiter negativer Nebeneffekt war das Verhalten der Mauritier bei der absolut überbewerteten Safari. Mal abgesehen davon dass die Safari daraus bestand in ein Gehege zu fahren, in dem Antilopen, Zebras und Strauße leben, sorgten vor allem die erwachsenen Menschen dafür, dass wir uns fremd schämten. Sie hielten den Tieren Kekse hin und zogen diese immer wieder weg wenn die Strauße danach schnappten. Außerdem haben vor allem die Frauen rumgekreischt wie kleine Kinder und sprangen in dem Bus umher, sodass sogar eine der Frauen auf mich fiel…. Danach waren wir leider nicht mehr so positiv gestimmt aber hey, wir haben einen Löwen gestreichelt! Hihihi..





Küssen kann man nicht alleine....


Blicke sagen mehr...

....als 1000 Worte
Dienstag haben wir uns dann von dem anstrengenden Tag erholt. Nachmittags bekamen wir aber Besuch von Fredo und Familie. Es war Zeit für eine optische Veränderung meinerseits, weshalb sich Caroline die Zeit nahm, mir die Haare zu Rasterzöpfen zu flechten. Ich war am Anfang skeptisch, ob sich die Arbeit überhaupt lohnt weil ich befürchtete, dass das nicht gut aussehen würde. Ich bin mit dem Ergebnis allerdings recht zufrieden! In der Zwischenzeit überspielte Magnus Fredos Musik vom Handy auf eine CD und die Kinder konnten am Meer spielen und Muscheln sammeln. Am gleichen Abend wurden wir dann auch direkt für den nächsten Tag zum Essen eingeladen.




Rasta!
 Am Mittwoch waren wir in der Hauptstadt unterwegs. Wir zeigten Nadja den großen Zentralmarkt mit dem vielen frischen Obst und Gemüse und Magnus durfte wieder einmal hinter die Theke eines Fleischverkäufers. Diesmal durfte er an einem zerlegten Rind schnibbeln. Der Metzger war begeistert wie Magnus das Hackebeil schwang und holte ihm rasch noch den Kopf des Tieres, für das perfekte Foto! 




Auch in Port Louis gibt es tatsächlich eine Grünanlage

Anschließend fuhren wir weiter in den botanischen Garten von Pamplemousses. Normalerweise kann ich mich für Pflanzen eher weniger begeistern aber der ein oder andere Baum war dann doch beeindruckend. Außerdem war es eine gelungene Abwechslung von der stickigen und dreckigen Luft und dem Verkehrschaos in Port Louis! Mitten im Garten wurden wir von einem heftigen monsunartigen Regenschauer überrascht. Klatschnass schauten wir uns dennoch an, welche Berühmtheiten einen Baum in diesen Garten pflanzten. Mit dabei waren Größen wie Kofi Annan, Nelson Mandela und Francois Mitterand. 

Bananen-Babys






Angesichts der riesigen Übergröße dieser Seerosen kann man
schon mal etwas gaga werden



Tree go home, you're drunk!

Diesen Baum pflanzte Nelson Mandela

"Mit Flip Flops im Regen tanzen sie zu zweit,
und sie küssen und küssen und küssen.."


Abends folgten wir dann der Einladung von Caroline, die zusammen mit ihrer Mutter leckere Farata mit Lachskari, Bredsonz und Ziromon zauberte – lecker!





 Am Donnerstag haben wir uns dann bei Monika im Hotel auf einen Eiskaffee eingeladen. In der Strandbar des Hotels machten wir es uns gemütlich und quatschten über die vergangenen Tage und anschließend bekam Nadja eine exklusive Hotelführung. Nach einer Stärkung am Strand machten Nadja und ich es uns auf der Terrasse gemütlich und Magnus ging mit Oswaldo, Fredo und den anderen Jungs endlich mal wieder Fußballspielen.

"Ich bin der König vom Affenland, der größte Klettermax...
Ein bisschen was sollte Nadja dann aber noch von Insel sehen. Zusammen mit Oswaldo machten wir am Freitag eine große Tour in den Süden. Angefangen haben wir diese mit dem Grand Bassin. Shiva hat, als sie den Ganges gemacht hat, einen Tropfen verloren – deswegen steht genau an diesem See der weltweit größte Hindutempel außerhalb Indiens. Berühmt ist dieser Platz eigentlich auch, weil sich dort aufgrund der obstreichen Opfergaben der Gläubigen, viele Makaken rumtreiben. Leider haben wir bei unseren bisherigen Besuchen nur einen einzigen gesehen. Diesmal schien es, als hätten wir wieder Pech aber auf der Weiterfahrt entdeckte Magnus dann eine ganze Affenband auf dem Bürgersteig. Leider war der Chef ziemlich aggressiv und gab seiner Bande nichts von Keksen ab, die ich ihm gab.

... spring ohne Hast von Ast zu Ast, das ist für Sportler ein Klacks."


Frischer Tee
Danach fuhren wir durch den Nationalpark und hielten an verschiedenen Aussichtspunkten, von denen man einen super Blick auf verschiedene Wasserfälle und die Wälder hat. Anschließend fuhren wir weiter an den Teefeldern vorbei, wo wir den Frauen und Männern beim mühsamen Pflücken der Teeblätter zuschauen konnten. Schon erstaunlich was diese Menschen leisten. Bei der Weiterfahrt machte uns unser Auto wieder einmal Sorgen. Beim Abbiegen und gleichzeitigem Bremsen trat Magnus zunächst ins Leere. Vor Panik trat er feste in die Bremsen was zur Folge hatte, dass diese qualmten und es ekelhaft nach Kautschuk roch. Nachdem wir den Wagen dann eine Weile stehen ließen und uns über die lächerlich hohen Preise der Rumfabrik ärgerten, konnte unsere Fahrt ohne Probleme, ohne Rum aber natürlich vorsichtig weitergehen. Nächster Halt war einer meiner Lieblingsorte hier – der südlichste Punkt der Insel. Am Gris Gris stärkten wir uns mit Panini und Pommes und liefen dann rüber zum Roche qui pleure. Es war wieder atemberaubend wie die hohen Wellen gegen den Felsen knallen. Danach fuhren wir die Küstenstraße wieder in Richtung Heimat entlang, hielten noch kurz am Aussichtspunkt von Bel Ombre und erholten uns am Strand von Le Morne. Während sich Magnus und Waldo im Meer abkühlten, machten Nadja und ich ein kurzes Nickerchen bis es endgültig nach Hause ging. Zum Abendessen kochte ich uns dann schnell Spaghetti Bolognese und die Jungs verbrachten den restlichen Abend mit Fifa.






So wachsen also Ananas


Königin!

Samstag haben wir ausgiebig gefrühstückt bis uns zwei Sachen in Panik versetzten. Zum einen hat Magnus mehrere offene Stellen der Haut am ganzen Körper, die immer mehr wehtun. Wir entschieden uns also ins Krankenhaus zu fahren – sicher ist sicher. Leider schien der Arzt weder Bock noch Ahnung zu haben. Man hatte eher das Gefühl er sei Arzt, weil er es cool findet ein Stethoskop um den Hals zu tragen. Naja wie auch immer – seine Diagnose war eine allergische Reaktion aufgrund aufgekratzter Mückenstiche und Hautreizungen aufgrund der Hitze und Feuchtigkeit.  Jetzt hat er verschiedene Medikamente bekommen, unter anderem Kortison und ein Antiallergikum. Drückt ihm bitte die Daumen, dass das hilft! Er fühlt sich nämlich richtig mies.. Die zweite schlechte Nachricht brachte uns Monika. Im Indischen Ozean formiert sich gerade ein Zyklon der genau in unsere Richtung kommt. Allen Voraussagen nach wird er am Dienstag nördlich von Mauritius toben, was bedeutet, dass Monika am Montag nicht wie geplant mit uns in den Urlaub fliegen kann. Wenn sich die Voraussagen bestätigen, dann wird hier spätestens am Dienstag Warnstufe 3 ausgesprochen, was bedeutet, dass niemand mehr sein Haus verlassen darf. Somit wird sich keiner um Monikas Haus und die Hunde kümmern können. Monika hat also entschieden lieber Zuhause zu bleiben und wir können jetzt nur hoffen, dass unser Flug entweder abgesagt wird oder der Zyklon nicht so nah an Rodrigues vorbei. Also nochmal Daumen drücken!

Der Abschluss des Abends war dann aber doch noch sehr schön! Wir waren lecker essen, haben Cocktails getrunken und uns an einem Tisch mit 30 betrunkenen Spaniern erfreut. Das war dann ein schöner Abschluss und letzter Abend für Nadja hier auf der Insel. Für sie geht es morgen wieder zurück ins nasskalte Deutschland während wir morgen Abend bei Eva und Thornton zum Essen eingeladen sind. Es wird selbstgemachte Currywurst mit Pommes geben, jammi!!! Wir werden euch dann nach unserem Urlaub auf Rodrigues davon berichten, denn dort werden wir aller Wahrscheinlichkeit nach kein Internet haben. Auch berichten wir euch dann davon, was der Zyklon angerichtet hat oder ob wir Glück hatten, was wir natürlich alle ganz fest hoffen!



Lasst euch die Woche nicht zu stressig werden und bitte das Daumendrücken nicht vergessen.

Magnus und Sarah  




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