Montag, 9. März 2015

XXXI (27.02. - 09.03.15)

Glück auf, Glück auf!
Vielen Dank für mehr als 8100 Aufrufe in 7 Monaten... Das hätten wir niemals für möglich gehalten!

Nachdem der letzte Eintrag in mehrfacher Überlänge ausfiel, war es in den letzten Wochen etwas ruhiger. Nach unserer Reise nach Rodrigues mussten wir uns erstmal wieder mit der Uni-Administration herumschlagen und siehe da: Mauritius hat wirklich keinen Tag gebraucht, um die ganze rodrigische Ruhe und Entspannung in Luft aufzulösen. Der Reihe nach:


Die 1-Mann-Boxencrew ist inzwischen eingespielt!
Am Mittwochabend waren wir recht spät wiedergekommen und gingen nach dem Blogschreiben sofort ins Bett, denn am nächsten Tag sollten wir um 8.30 Uhr einen Kurs an der Uni haben. Doch als wir um 7.30 Uhr aufbrachen war, mal wieder, ein Reifen platt. Keine Seltenheit auf Mauritius, wo Kehrfahrzeuge oder der Einsatz eines Besens nach einem Unfall völlig unbekannt sind. Magnus zog also zum wiederholten Mal den Ersatzreifen auf und wir düsten zur Uni. Dort angekommen fand der Kurs natürlich nicht (!) statt. Die Dozentin musste in einem anderen Kurs einspringen und hatte kurzerhand vergessen uns zu informieren…
Unsere Fahrt zur Uni sollte aber nicht umsonst gewesen sein. Deshalb gingen wir mal wieder ins Büro unserer Lieblingssekretärin, die für die ausländischen Studenten zuständig ist. Wir hatten vor unserer Reise nach Rodrigues mit dem Passport & Immigration Office in Port Louis abgeklärt, dass wir mit einer kurzen Bescheinigung unserer Uni unserer Visum problemlos um einen Monat verlängern könnten. Diese Bescheinigung wollten wir nun abholen. Doch Pustekuchen! Innerhalb von zwei Wochen war nichts passiert, denn die Chefin der Sekretärin ist Sino-Mauritierin und hatte aufgrund des chinesischen Frühlings erstmal eine Woche durch- und dann eine Woche krankgefeiert. Verständnisvoll aber völlig plan- und hilflos versuchte sie sämtliche Komplikationen auf verschiedene Schultern abzuwälzen. Letztlich packte sie auf Nachfrage den Witz in Tüten aus. Trotz vorheriger Absprache und Bestätigung der UoM, das wir verschiedene Jahreskurse für nur ein Semester belegen könnten, hieß es nun plötzlich, wir würden in all diesen Fächern (4 bei uns!) ein „nicht bestanden“ bekommen. Trotz des bisher geleisteten Arbeitsaufwandes und der Klausuren, in denen wir die Kursbesten waren. Uns platzte natürlich die Hutschnur und wir kündigten an, uns bald wieder sehen zu lassen.

Anne-Laure wäre fast auch ein Fernsehstar geworden
Sarah ist schon lange berühmt!
Mittlerweile war die Versicherung und Straßensteuerplakette unseres Mietwagens so gut wie abgelaufen. Zu Beginn des Mietverhältnisses hatte der Vermieter dringlich darauf hingewiesen, im Februar zum Plakettenwechsel vorbeizukommen. Als wir Anfang Februar dort waren, wurden wir jedoch weggeschickt, da „das noch bis Ende Februrar, so 25.2. rum, okay ist“. Also dachten wir am gleichen Tag, wir könnten wenigstens das erledigen. Doch erneut schlug Mauritius erbarmungslos zu. Natürlich war niemand verantwortlich, aber die neuen Plaketten noch nicht besorgt. Wir sollten am nächsten Tag nochmal wiederkommen. Bestimmt und nicht mehr ganz höflich, rechnete Magnus dem Vermieter vor, dass er dann zum dritten Mal 20 km hin- und zurückfahren würde, um eine Plakette zu wechseln für die er nicht verantwortlich ist. Von Zeit und Benzin ganz zu schweigen. Wir einigten uns also darauf, dass der Vermieter sich selbst auf den Weg nach Flic-en-Flac machen sollte.

Es wäre müßig zu erwähnen, dass der Frisör, bei dem wir noch auf dem Nachhauseweg vorbeifuhren natürlich geschlossen hatte und wir gegen 14h30 nach knapp 7 Stunden nach Hause kamen, ohne das IRGENDETWAS passiert wäre…

Das ganze Dorf ist da...
Die Gebäude des Fernsehsenders
Am Samstagmorgen fuhren wir mit Fredo, Caroline und quasi dem gesamten Dorf nach Moka, zu den Fernsehstudios von MBC. Caroline hatte ihre kleine Tochter Anne Laure für die Sendung „Ti Gale“ angemeldet, in der Kinder zwischen 4 und 8 ihre Talente (tanzen, singen, dichten) vortragen können. Durch die Sendung führen ein etwas angeschwipst wirkender Moderator und ein Transvestit… Naja. Stolz wie Oskar, luden uns Fredo und Caroline natürlich ein und wir verbrachten den gesamten Vormittag in Studio A. Nach langen Erklärungen ging es dann endlich los…. aber leider ohne Anne Laure. Die Kleine war fing plötzlich an zu weinen und wollte lieber zu ihrer Mama. Pech gehabt! Alle Überzeugungsversuche waren vergebens und so waren plötzlich die beiden Weißen im Publikum wieder öfter zu sehen, als diejenige für die sie gekommen waren.
  
(Noch) stolz wie Oskar: Caroline und Fredo
Anne Laure meldet sich und fühlt sich schon unwohl
Miniplayback-Show mal anders: Transvestit und Witzbold
moderieren "Ti Gale"
Die nächste Woche bestand aus Uni, Klausuren, viel Regen und der Fortsetzung der unendlichen Geschichte… Wir hatten uns vorgenommen, mit der Chefin der Sekretärin zu sprechen, um mal jemandem, der auch was entscheiden darf, zu erklären, was Sache ist. Als wir ihr gläsernes Büro betreten wollten, schmiss sich uns allerdings eine andere Sekretärin (ja, da sitzen 5…) in den Weg. Sie wollte uns anmelden. Nach einem dreiminütigen Gespräch mit ihrer Chefin kam sie zu uns zurück und sagte, dass ihre Chefin krank sei und uns nicht empfangen könne! Ein herzhaftes Lachen und eine weitere dumme Ausrede später wussten wir, dass wir in diesem Büro nicht mehr weiterkommen würden. Wir wandten uns also vertrauensvoll an eine unserer Dozentinnen, die uns zwei Tage später mitteilte, dass wir einen Programmkoordinator hätten.


Und tatsächlich, nach 7 (sieben!!!) Monaten stand er vor uns, in Fleisch und Blut: Dr. Janoo, ein Mann, der für uns verantwortlich ist! So richtig trauten wir unseren Augen noch nicht, doch wir erzählten mal fröhlich, was schon so alles vorgefallen ist, was wir bereits geleistet haben und dass wir jetzt trotzdem eine Reihe von „Nicht Bestanden“ auf unser Zeugnis kriegen sollen… Dr. Janoo schien das tatsächlich für nicht ganz fair zu halten und erklärte uns mehrere Möglichkeiten, wie wir gegen den Administrationsirrsinn der University of Mauritius vorgehen könnten. Wir werden noch sehen, ob am Ende alles gut wird, doch zumindest sieht es wieder deutlich besser aus…



Gleiches kann man vom Wetter übrigens nicht behaupten. Seit einigen Tagen regnet es wie aus Kübeln und unser Dorf Flic-en-Flac steht komplett unter Wasser! In den ersten 40 Sekunden dieses Videos seht ihr Luftbilder von heute...


Glücklicherweise wohnen wir am Berg und sehen das Wasser nur vorbeifließen, bevor es sich unten im Dorf sammelt... 

Viele Köche müssen nicht jeden Brei verderben...
Die regnerischen Tage und die neugewonnene Entspannung durch das Wissen um einen zuständigen Programmkoordinator konnten wir dann endlich mal wieder dafür nutzen, um an unserem Buch weiter zu arbeiten. Inzwischen haben wir eingesehen, dass das Unterfangen doch zu ehrgeizig ist, ein ganzes Buch auf Kreol alleine zu schreiben. Wir haben uns deshalb bei Oswaldo kompetente Unterstützung geholt und 3 Tage non-stop durchgearbeitet (na gut, hin und wieder haben wir schon was gegessen!). Die Ergebnisse können sich sehen lassen und wir sind optimistisch, dass das Projekt Sprachführer zu einem positiven Ende geführt werden kann!


Sarah und Oswaldo wählen Beispiele und Wortschatz sorgfältig aus

Kleiner Nachtrag: Hatten ganz vergessen uns angemessen zu verabschieden: Also - Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Eintrag!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen