Sonntag, 22. März 2015

XXXII (10.03. - 22.03.15)

In den letzten Wochen tappten wir im Nebel...
Der mauritische Winter naht…

…und damit erstmal eine Menge Kummer. Die Hoffnungen, mit denen wir unseren letzten Blog beendeten, haben sich inzwischen alle zerschlagen. In den letzten Wochen war wirklich alles doof. Durch die „kulturellen Unterschiede“ (Zitat Universität) beziehungsweise die „absolute Ahnungslosigkeit der Universität“ (Zitat Wir) wurde unsere Moral zeitweise gebrochen. Ständige Schuldzuweisungen einzelner Verantwortlicher, die ihre Verantwortung entweder auf uns oder andere Personen abwälzen wollten, brachten uns um den Verstand. Wir möchten gar nicht zu viel darüber schreiben, um uns nicht aufzuregen, doch die Einstellung „Hauptsache der Ball liegt nicht bei mir“ wurde von einigen Leuten sehr groß geschrieben. Letztlich kann man festhalten, dass die University of Mauritius uns als Ausländer betrachtete als es darum ging das 10-fache an Studiengebühren zu kassieren, doch als es darum ging etwas zusätzlich für zu tun, nämlich uns unsere Kursbeteiligung zu attestieren, waren wir doch gleichgestellt mit den mauritischen Studenten, für die es solche Bescheinigungen auch nicht gibt. Und jeden Abend vor dem Einschlafen klangen die Worte des UoM-Präsidenten von der Einführungsveranstaltung nach: „Die beste Universität der Welt…“
Der größte Witz des Landes steht sogar auf den Bushaltestellen...
Typische Reklame auf Mauritius - (von links nach rechts): auf Kreol, Englisch und Französisch



Wir mussten uns also wieder hochziehen, da uns der wochenlange Streit allem gegenüber negativ gestimmt hatte. Glücklicherweise hat Mauritius ein Händchen dafür, uns wieder aufzubauen!

Die Überflutungen nehmen so langsam ein Ende

Der Kerzenständer kam öfter zum Einsatz als erwartet
Die regenreiche Zeit ging zu Ende. Das heißt, dass die Stromausfälle weniger werden, der Kerzenständer bald wieder verstaut werden kann und das Internet wieder durchgehend funktioniert – obwohl… Nein! Das Internet funktionierte trotzdem nicht. Durch den vielen Regen waren die Leitungen beschädigt worden und wir hatten gefühlte Ewigkeiten kein Internet. Zu Reparaturzwecken an den ungesicherten Überlandmasten zu fummeln stand aber nicht zur Debatte. Also mussten wir uns auf den Service der Mauritius Telecom verlassen. Die schicken aber aus Prinzip erst am dritten Tag jemanden. Da unser Internet am Donnerstagabend ausfiel und wir Freitag noch hofften, es würde sich einrenken, riefen wir erst Samstagmorgen an: Großer Fehler! Vor Mittwochnachmittag war natürlich kein Techniker zu haben. Geistesgegenwärtig stellten wir allerdings unter Beweis, dass wir Mauritius inzwischen verstanden haben: Magnus plauderte ausschließlich auf Kreol mit den beiden Technikern! Ein paar Witze über Bier, Rum und Frauen später lief das Internet wieder. Gegen ein paar Rupees tauschten wir dann die Handynummern ein, sodass wir bei den nächsten Problemen sofort Hilfe bekommen!

Die Infrastruktur ist vom Wetter etwas mitgenommen worden


Eine kleinere Ratte...
Die letzten Wochen haben auch aus tierischer Sicht ihre Spuren hinterlassen: Angelockt durch das Hundetrockenfutter hat es sich eine ganze Horde an Ratten ums Haus herum gemütlich gemacht. Die Futterquellen haben wir allerdings minimiert und die Jagd wurde umgehend eröffnet. Geschwächt von Krankheit, hohem Alter, der extremen Hitze und den extremen Regenfällen musste Monika dann auch noch ihren treuen Hund Jack gehen lassen. Fredo hat ihm im Garten ein Grab geschaufelt und Merry nach ein paar Tagen das Suchen eingestellt.
Jacks Grab im Garten

Stolz und patriotisch: Mauritius zum Unabhängigkeitstag
Mehr Fahnen als bei Weltmeisterschaften in Deutschland

Typische Gerichte in
 mauritischen
Farben
Auch im März ließ sich Mauritius nicht lumpen, was Feiertage angeht. Nach 4 Feiertagen im Februar gab es im März immerhin 2. Zunächst der Unabhängigkeitstag am 12.03. – 1968 wurde Mauritius unabhängig von Großbritannien und zeigte in den letzten Wochen einen für Deutsche ungewöhnlich anmutenden patriotischen Stolz: Plakate, Fahnen, Feiern, Fahnen, Fahnen und noch mehr Fahnen. Alles war in rot-blau-gelb-grün getaucht! Wir verbrachten den Tag allerdings mit der Arbeit an unserem Buch und vermieden es nach Port Louis zu fahren, um uns nochmal ein offizielles Fahnenhissen anzusehen.

Jedes Gebäude wurde in Fahnen gehüllt

Ugadi - wieder ein Grund
nicht zu arbeiten...
Gestern war das Hindufest „Ugadi“, der Beginn des neuen Jahres für die Inder, die aus der Region Deccan stammen. Leider haben wir von den Festivitäten nicht viel mitbekommen, da das Fest eher in der Familie gefeiert wird.




Ein Poetry-Slammer aus Rodrigues spielt mit der französischen Sprache

An der UoM wird der Frankophonie-Tag gefeiert
Drittes Großereignis des Monats: „Journée de la Francophonie“ – der Tag der französischsprachigen Ländergemeinschaft. Vor 300 Jahren landeten die Franzosen auf Mauritius und initiierten die französisch-basierte Kreolsprache und den bis heute geltenden Status des Französischen als Prestigesprache. Gefeiert wurde mit einer Ausstellung an der Universität, einem Diktatwettbewerb (jeder der die französische Rechtschreibung kennt, weiß, dass das kein Zuckerschlecken ist) und französischem Poetry Slam, der uns wieder einmal bewies, wie schön diese Sprache ist!




Traumkulisse in Mo

Anschließend wollten wir Mauritius wieder die Chance geben, sich mit uns zu versöhnen. Wir fuhren ohne Ziel los und hielten, wo es uns gefiel. Am wunderschönen alten Kolonialzeithaus „Eureka“, am Daumenberg „Le Pouce“, am Fuße des Pieter Both, der auf seiner Spitze eine Kugel aus Stein trägt. Durch Zuckerrohr- und Ananasfelder ging die Fahrt in den Osten nach Flacq. Wir mussten zugeben, dass es übertrieben war, sich wegen der Probleme zwischenzeitlich nach Hause zu wünschen. Wir mussten erkennen, dass Mauritius doch eine sehr, sehr gute Entscheidung war!



Doch keine Königin? Eher eine Kolonialherrin?

Unser Highlight: Die Dusche aus der Kolonialzeit

Ein alter Flügel in Eureka

Haus und Anwesen sind riesig

Das Ende des Sommers taucht Mauritius in ein saftiges Grün

der Blitz verfälschte die Farben etwas...

Ein Gästehaus namens Simone

Diese kleinen Hütten waren wohl eher nicht für die weißen Kolonialherren gedacht...

... die sich sicherlich in ihren Anwesen häufiger mal verlaufen haben!

  
Der Pieter Both (rechts) mit seiner Steinkugel

Atemberaubende Kulisse und Ananasfelder


Mauritius ist doch ganz schön

Wir mit der Familie Michel :)
Die Geburtstage von Steffi und Giovinella, bei denen wir neue Leute kennenlernen konnten und die Verlagerung der Buchredaktion an den Hotelpool haben mit Sicherheit dazu beigetragen, dass wir den Frust hinter lassen konnten und uns jetzt ausnahmslos auf unsere letzten Monate im Paradies freuen!

Kleider aus mauritischen Lebensmitteln



Am Pool schreibt sich so ein Buch doch irgendwie leichter...




Steffis Geburtstagsparty...

...wurde zeitweise zur Poolparty



Danke fürs Daumendrücken und Bis bald! 


... der Nebel hat sich verzogen: Wir genießen Mauritius wieder!


PS: Wir können uns natürlich vorstellen, dass euch die Bilder in Urlaubsstimmung versetzen und ihr gerne über Ostern etwas entspannen würdet. Wie wäre es dafür mit einer Woche Ostfriesland am See mit eigenem Boot?
Interesse? Dann ganz schnell HIER klicken, informieren und schon bald entspannen...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen