Dienstag, 14. April 2015

XXXIV (04.04. - 13.04.15)

Der Katamaran-Ausflug blieb erstmal ein Traum

Bonzour nou bann kamwad!

April, April, der macht was er will…
Nochmal ein Bild von Bansi im Februar: Der helle Kreis ist die Insel La Réunion im Vergleich zum Zyklon

Ohne lange Umschweife geht’s heute sofort in die Vollen, denn wir haben einiges zu berichten! Die Uni überspringe ich dabei mal wieder größtenteils, denn die fiel ohnehin größtenteils wieder unangekündigt aus. Manchmal hat man das Gefühl, die Studiengebühren berechnen sich hier aus umsonst gefahrenen Kilometern und vergebens gewarteten Minuten.


Tatsächlich zog pünktlich zum Osterwochenende und zum Ende des Sommers nochmal ein Zyklon über dem Indischen Ozean auf und beeinflusste zum Sonntag hin unser Wetter derartig, dass wir nicht wie wir spontan geplant hatten mit dem Katamaran rausfahren konnten. Stattdessen entschieden wir uns, eine Tour in den Süden zu unternehmen. Das Resultat seht ihr auf den folgenden Bildern (Dank sei der von Thornton ausgeliehenen Unterwasserkamera!). Nina und Philipp waren wirklich zu bedauern – der Plan B wurde ebenfalls abgebrochen! Die Notlösung, nämlich Fußball und Bier, war aus Ruhrpottsicht auch sehr durchwachsen…
Sobald wir das Auto verließen wurde der Regen heftiger...
Vor dem Abtauchen
Da war die Welt noch in Ordnung...


Philipp kühlt Sarahs Quallenverletzung,
während ich das Erinnerungsfoto knipse!
Montag entschieden wir uns unter der Schlechtwetterfront durchzufahren und steuerten die Blue Bay im Südosten an. Eva hatte als Wetterfrosch geunkt, dass dort die Sonne scheinen würde. Und siehe da, hinter dem üblichen Regen im Großraum Curepipe, lockerte es immer mehr auf und wir verbrachten ein paar Stunden unter strahlend blauem Himmel. Bei einer ausgiebigen Schnorcheltour kam es dann allerdings zum Schockerlebnis. An einer relativ niedrigen Stelle entdeckte Sarah einen riesigen Fischschwarm und wollte uns darauf hinweisen. Plötzlich schrie sie jedoch auf, weil ihre Hand höllisch brannte. Sekundenspäter brannten auch ihre Achsel und ihr Oberarm. Wir hatten nichts gesehen und versuchten instinktiv die schockstarre Sarah aus dem Wasser zu ziehen. Am Strand angekommen, kamen uns Einheimische zur Hilfe und konnten uns schnell beruhigen. Sarah war das Opfer einer Qualle und nicht das eines Steinfisches (tödlich!) geworden. Mit Essig, Limettensaft und Eiswürfeln konnten die Schmerzen innerhalb einer Stunde eingedämmt werden. Das Schnorcheln wurde vorerst allerdings von ihr eingestellt.


Camp du Diable
Roche qui Pleure

Auf dem Rückweg holten wir dann den zweiten Teil der Südtour nach. Über Mahébourg und L’Escalier ging es durch die riesige Zuckerrohr-Palmen-Landschaft zum Cap Gris Gris und dem Roche qui Pleure. Weiter über Bel Ombre fuhren wir noch zum Morne und dann wieder nach Hause. 



Blick auf Le Morne Brabant

Ein magischer Sonnenuntergang über dem Zuckerrohrfeld
Am Dienstag zog es unseren Besuch in den Casela-Park, während wir mal wieder die Unibank drücken mussten. Langsam geht es auf die Examen zu und alle sind in heller Aufregung. Wir gehen das Ganze inzwischen gelassen an, den wir sind uns relativ sicher, dass da eh nichts Vernünftiges bei rumkommt… Abends waren wir dann bei den Michels zum Abendessen eingeladen. Jean-Claude und Ginette hatten wieder einmal alles aufgefahren und Damian sang ein Ständchen nach dem nächsten. Philipp freute sich vor allem über zwei selbstgemachte Chilis und den Sieg vom BVB.

Landschaft im Norden
Mittwoch ging es dann in den Norden. Ich wollte immer schon mal einen Kaffee im Café Müller trinken – zumindest laut Sarah. Also stärkten wir uns dort kurz, um anschließend zu sehen wo die ganz Reichen und ganz Schönen wohnen. Erst später sollte ich erfahren, dass Sarah eigentlich hinter meinem Rücken mit Eva, Thornton, Monika, Oswaldo, Nina und Philipp eine Geburtstagsüberraschung geplant hatte und mich mit dem Katamaran auf die Ile Plate entführen wollte, um dort eine Nacht zu verbringen. Leider machten die Zyklonausläufer mit ihrem heftigen Seegang einen Strich durch die Rechnung… So endeten wir am schönen Strand von Mon Choisy, wo wir uns frische Ananas und Kokosnüsse schmecken ließen. 

Alltag auf Mauritius: Arm und Reich begegnen sich!

Kein Kommentar


Die letzten Stunden vor Mitternacht zog sich Sarah plötzlich in die Küche zurück und mir schwante schon Übles. Doch die Geburtstagswütige blieb gewohnt angenehm und servierte mir lediglich ein Glas kalte Cola und einen Brief, der mir mitteilte, dass sie meinen Tag organisieren würde. Soweit, so gut! Warum sie mir Mathelegastheniker allerdings ein Zahlenrätsel auftischen musste… 11, 5, 7, -1, 3… auf 25 kam ich recht schnell – aber sonst?!


Von zuhause erreichte mich um Mitternacht ein wahnsinnig kreatives Musikvideo, mit dem meine Familie mal wieder bewies, wie nah „fremdschämen“ und „vor Stolz Pipi inne Augen haben“ zusammenliegen. Ich habe mich total gefreut und freu mich auch schon euch wiederzusehen! :-* Danke!
An den 7 Wasserfällen
Am Geburtstagsmorgen ging es dann zunächst in die Uni, die wir allerdings um 11 wieder verließen. Ha! Die erste Zahl hatte ich also schnell entdeckt. In der nächsten Stadt stiegen Nina und Philipp zu – schon waren wir 5! Jedenfalls rechnete ich das so vor mich hin, bis man mich auf meinen Fehler aufmerksam machte. Ein Dorf weiter gesellte sich jedoch Oswaldo dazu und ich hatte endlich die zweite Zahl gefunden. Sarah hatte an alles gedacht und (spontan, aufgrund des Zyklons) einen super Plan geschmiedet. 

Ich bekam Sportzeug an und plötzlich dämmerte mir, dass wir auf dem Weg zu den sieben (7!) Wasserfällen waren, die ich seit Beginn unseres Mauritius-Jahres gerne erkunden wollte. Mit einem Guide, Picknicktasche und Badesachen wanderten wir also an den riesigen Kaskaden hinab. Der Weg durchs Dickicht führte hinter und unter den Wasserfällen hindurch und endete in einem Bassin in dem wir schwimmen und uns erfrischen konnten. Der Ausblick war unfassbar und umso schöner, da ich ihn mit tollen Leuten genießen konnte!



Alles richtig gemacht!


Top Geburtstag!
Am folgenden Sonntag starb hier leider ein Mann,
der den Abhang hinabstürzte.
Mutige Sarah
Der Fluss ergießt sich über mehrere Stufen ins Tal

Nach der Wanderung verließ und Oswaldo. Die -1 wurde aufgelöst. Wieder in Flic en Flac angekommen, mussten wir uns schick machen und fuhren dann ins Sofitel. Hier hatte Sarah mit Monika zusammen ein 鉄板焼き (Teppanyaki) für uns organisiert. Wir schon bei den Wasserfällen war ich auch hier wieder vollkommen planlos. Bei einem Teppanyaki bereitet ein Show-Koch das Essen an einem Herd direkt am Tisch vor den Augen der Gäste zu. Monika, Eva und Thornton (+3!) komplettierten die Runde. Dann zauberte unser Koch uns unterm Sternenhimmel ein Fünf-Gänge-Menü. Als es an Perfektion kaum mehr zu überbieten war, fielen zu lauter Überfluss auch noch ein paar Sternschnuppen vom Himmel. Doch mir fiel nach diesem tollen Tag gar kein Wunsch mehr ein…


Unser privater Teppanyaki-Koch

Überglückliches Geburtstagskind
Zu guter Letzt ließen wir den Abend bei einem Glas Rhum arrangé vanille (Vanillerum) und zu den Klängen einer Liveband ausklingen… Ich möchte mich bei allen bedanken, die an meinem Geburtstag an mich gedacht haben und trotz der Ferne irgendwie nah waren! Und allen voran natürlich Sarah!


Am Freitag hieß es dann leider mal wieder Abschied nehmen. Der Urlaub von Nina und Philipp war schon vorüber und wir brachten die beiden zum Flieger. Beim nächsten Mal sind es dann tatsächlich wieder wir, die hier einsteigen müssen. Um den kurzzeitigen Wehmut zu vergessen folgten wir Samstag einer Einladung von Percy und Katharina, mit denen wir endlich mal wieder länger tratschen und leckeres Tintenfisch-Karre essen konnten. Leider hatte ich daraufhin beim Friseur ein kleines Missverständnis. Ich bestellte die Frisur „vom letzten Mal“, während der Friseur sich nur ans vorletzte Mal erinnerte. Jetzt hab ich die Haare wieder ziemlich sommerlich…

Nina und Sarah kaufen Gato Banann

Sonntag und Montag widmeten wir uns dann dem lange vernachlässigten Sprachführer, der durch intensive Arbeit auf inzwischen über 90 Seiten angewachsen ist. Es geht also voran und wir hören immer wieder von Interessenten.

Last but not least bekam Sarah heute Abend beim Zumba noch ein Riesenkompliment von ihrer Tanzlehrerin. Cathy sagte ihr, dass sie die Beste im Kurs sei und sie es bedauert, dass wir bald wieder fliegen, da sie in Sarah eine zukünftige Zumba-Lehrerin sieht… Sowas hört man natürlich gerne – vielleicht können wir da ja nochmal ansetzen.

Bis dahin, viele Grüße
Sarah und Magnus




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