Samstag, 23. Mai 2015

XXXVII (05.05. - 23.05.15)

Das malerische Cap Malheureux

Hallo ihr Lieben.

Es tut uns leid, dass ihr schon so lange nichts mehr von uns gehört habt, aber die Examen haben ziemlich viel
Treffpunkt an der Uni vor dem Imbissstand
Zeit in Anspruch genommen. Jetzt sind wir auf der Zielgeraden angekommen. Am Montag schreiben wir unser allerletztes Examen. Letztendlich waren es dann insgesamt doch nur 8 statt der erwarteten 9 Examen. Die aufmerksamen Leser unter euch erinnern sich bestimmt daran, dass wir am Anfang unseres Aufenthaltes mehrfach s
amstagmorgens!!!!! mit dem Bus!!!! zur Uni gefahren sind und wir dort weder auf Mitstudenten noch auf einen Dozenten trafen. Wir hinterließen damals unsere Handynummer bei der Fakultät mit der Bitte, uns zu benachrichtigen falls dieser Kurs jemals stattfinden 
sollte. Ihr könnt euch denken, dass dieser Anruf niemals kam. Umso überraschter waren wir, als wir auf unserem Stundenplan für die Examen sahen, dass wir in diesem Kurs ein 3-stündiges Examen schreiben sollen. Wir stellten uns darauf ein völlig unvorbereitet in dieses Examen, das natürlich samstags stattfinden sollte, zu gehen und unser Glück einfach mal zu versuchen. Wir hatten ja schließlich nichts zu verlieren! Zwei Tage vor diesem Examen schrieben wir ein anderes. Als wir damit fertig waren fing uns eine Dame der Exam Section auf dem Campus ab und eröffnete uns, dass es für einen Kurs der niemals stattgefunden hat, gar kein Examen geben kann. Was eine Überraschung! Trotzdem mussten wir noch schnell einen Brief an die Dekanin der Fakultät verfassen, in dem wir diese darum baten uns von einem Kurs und dessen Examen abzumelden, der niemals stattgefunden hat. Der Grund dafür ist, dass wir eine Strafe zahlen müssten wenn wir nicht zu dem Examen erscheinen, was nicht stattfindet… Das macht doch Sinn oder nicht?!

Den Mai verbrachten wir größtenteils lernend in der Sonne
- zwar nervig, aber doch besser als in der RUB-Bibliothek

Ein interessantes Examen bekamen wir im
Modul "Morphologie des langues créoles"
 Bis auf das erste Examen liefen die anderen aber recht gut. Bei einem wissen wir nur nicht so richtig, was sich die Dozenten dabei gedacht haben. Wir haben für den Kurs ein Special Paper gekriegt, weil der Dozent der Meinung war, dass ein Examen komplett auf Kreol für uns zu schwierig wäre. Deshalb ließ er uns in zwei Stunden die komplette deutsche Grammatik anhand eigener Beispiele mit der kreolischen Grammatik vergleichen. Nicht nur, dass der Dozent kein Deutsch spricht und dementsprechend Schwierigkeiten haben wird das Examen zu kontrollieren sondern auch die Tatsache, dass die deutsche Grammatik viel komplexer und nicht in zwei Stunden zu erklären ist, darüber machte sich der Dozent anscheinend im Vorfeld keine Gedanken. Wir sollten also auf Französisch die deutsche und kreolische Grammatik vergleichen. Wir gaben natürlich unser Bestes und versuchten so viel wie möglich zu schreiben aber am Ende durften wir nicht mal unseren Satz beenden als uns das Heft unterm Stift weggezogen wurde.

Typisch Mauritius: Englisch und Französisch
sind gleichermaßen vertreten. Die Aufgaben-
stellung ist auf Französisch, antworten darf man
auch auf Kreol
Seit gestern ist die Anspannung etwas von uns abgefallen. Das siebte Examen lief für uns beide richtig gut. Wir konnten dabei endlich mal zeigen, dass wir nicht nur viel über die Entstehungstheorien der Kreolsprachen, die mauritische Geschichte und die unterschiedlichen Ethnien, die sprachlichen Unsicherheiten der Mauritier und die kreolische Grammatik gelernt haben sondern dass wir Kreol mittlerweile richtig gut sprechen können. Da hat das Examen sogar ziemlich viel Spaß gemacht!

Zwischen den Examen haben wir trotzdem versucht auch mal abzuschalten. Wir sind zum Beispiel mit unseren Lernsachen zum Strand gegangen und konnten so immer mal wieder eine Schwimmpause einlegen. Einen Abend, nachdem wir den ganzen Tag gelernt hatten, sind wir noch nach Albion gefahren und haben uns dort den Leuchtturm angeguckt. Ein Leuchtturm erinnert vielleicht eher an die Nordsee als an Mauritius, doch da dieser einer von nur drei Leuchttürmen auf der Insel ist und schon seit 1910 in Betrieb ist, ließen wir es uns nicht nehmen ihm einen Besuch abzustatten. Ansonsten waren wir noch Pizza essen mit Familie Michel, bei Eva und Thornton gab es einen Abend selbstgemachten Pesto und wir gingen frisches Gemüse auf dem Markt von Quatre Bornes kaufen.

 .

Sarah in der Avenue Dodo in Albion

Die Strände sind wieder menschenleer und somit ruhig genug
um dort lernen und wiederholen zu können

Jean Claude und Sarah sind ein Herz und eine Seele.
JC performte eindrucksvoll das Chanson "La belle Sarah"
im Einkaufszentrum

Straßenszene in Quatre Bornes.
Auf der Etage ÜBER dem Rohbau ist ein Fitnessstudio.


Gemüse ist auf dem Markt günstiger als im Supermarkt

Außerdem haben wir uns ab und an auch mal vom Lernen abgelenkt indem wir an unserem Buch weitergearbeitet haben. Mittlerweile sieht das schon richtig klasse aus und wir sind immer zuversichtlicher, dass wir das Projekt noch hier zu Ende bringen können.

In der Abendsonne spielen Männer in Tamarin Karten unter einem Baum


Im Hintergrund der wunderschöne Rempart


Unsere Sprachaufnahmen werden immer
mehr und immer besser
Außerdem waren wir wieder in Sache Masterarbeit unterwegs und haben fleißig Sprachaufnahmen gesammelt. Nach den Examen konnten wir noch den einen oder anderen Kommilitonen interviewen. Ansonsten trafen wir durch Zufall Caroline und fuhren sie spontan nach Hause. Die Kinder machten unsere Befragung gerne mit und auch wenn sich Caroline erst etwas schämte, letztendlich gab sie uns ein tolles Interview. Eine Nachbarin aus dem Dorf stellte sich auch spontan zur Verfügung. Nachdem sie sich vorstellte fing sie an, von ihren Problemen mit ihrem Mann und den Kindern zu erzählen. Als sie anfing zu weinen, brachen wir das Interview sofort ab. Wir fühlten uns danach irgendwie schlecht und fuhren mit gemischten Gefühlen nach Hause. 




Mittlerweile sind es nur noch 5 Wochen bis wir in den Flieger steigen. Die Zeit rast! Deshalb haben wir auch angefangen unsere Sachen zu packen, die wir mit einem Paket nach Hause schicken und die ersten Souvenirs sind auch gekauft!

Die ein oder anderen Pröttel werden nicht in
unsere Koffer passen...
Vinoda wird Magnus schmerzlich vermissen. Immerhin
liefert dieser einen Großteil seiner Einnahmen...

Ein typisches Haus auf Mauritius am Hafen von Flic en Flac

Sarah kauft sich einen Kebab
(Baguette mit Hähnchenfleisch,
Salat, Pommes, Käse und Mayo)




Zum Schluss möchten wir uns noch für 10.000 Klicks bedanken! Danke, dass ihr immer wieder den Weg hierher findet und wir so unsere Erlebnisse mit euch teilen können. Ab jetzt hört ihr auch wieder öfter was von uns, versprochen!



Wir wünschen Euch schöne Pfingsten!

Magnus & Sarah

Die Strandbuden in Flic en Flac im Abendlicht

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