Sonntag, 31. Mai 2015

XXXVIII (24.05. - 31.05.15)

Das Zuckerrohr blüht nun
Bonzour!
34. Spieltag auf Mauritius
Es ist vollbracht. Auch das letzte Examen liegt nun endlich hinter uns. Der Monat Mai war wohl der kürzeste im letzten Jahr, denn wir mussten uns nach jedem Examen wieder auf das nächste fokussieren und so verging die Zeit wie im Flug. Zur Ablenkung entschieden wir uns den letzten Bundesligaspieltag mit Monika in der Konferenz zu schauen. Anschließend konzentrierten wir uns noch auf unsere letzte Prüfung: eine linguistische Analyse eines altkreolischen Textes aus dem 18. Jahrhundert. Als wir unsere Answer Books abgaben und uns vor dem Seminarraum in die Arme fielen, fiel gleichzeitig alle Anspannung von uns ab. Während unserer Wiederholungen hatten wir die Mitschriften der ersten Wochen in den Händen, in denen es uns noch recht schwer fiel mitzukommen beziehungsweise wichtige Informationen herauszufiltern. Nun, 10 Monate später, haben wir alle Examen geschafft und sehr viel dazu gelernt. Obwohl man einiges natürlich fragwürdig oder umständlich finden kann, hat sich der Aufenthalt auf Mauritius auch im akademischen Sinne für uns gelohnt. Dies hängt allerdings auch mit unserer Erwartungshaltung und unserer konsequenten Anwesenheit und Mitarbeit zusammen. Uns war von vorne herein bewusst, dass wir keinen europäischen Standard erwarten konnten und wir haben uns nicht der großen Verlockung Strand statt Seminar hingegeben. Und siehe da, es geschehen noch Zeichen und Wunder: So wurde einige Tage VOR Ablauf unseres Visums unsere Verlängerung um einen Monat bestätigt und ein offizieller Residence Permit ausgestellt. Auch wenn der Zuständige Beamte keine Ahnung von Formatierung, geschweige denn Nummerierung hat, so haben wir doch einen Brief, der bestätigt, dass wir nicht illegal im Land sind. Auf mehrfache Nachfrage wurde uns von der UoM sogar ein provisorisches Transcript, also eine Bescheinigung über unsere Noten in Aussicht gestellt, das wir vor unserer Abreise erhalten sollen. Wir sind gespannt!
Französisch? Kreol? Man weiß es nicht immer...
Eine der vielen Museumshallen im L'Aventure du Sucre
Eingang ins Zuckermuseum
Zur Belohnung fuhren wir am Montag nach dem Examen direkt ins L‘Aventure du Sucre, einem Museum mauritischer (Zucker)geschichte in einer alten Zuckerfabrik. Der Besuch lohnte sich in mehrfacher Hinsicht: Zunächst war die Geschichte anschaulich und interessant dargestellt. Durch unser Hintergrundwissen aus der Uni fügte sich alles sehr viel stimmiger und nachvollziehbarer zusammen als dies der Fall gewesen wäre, wenn wir dieses Museum zu Beginn unseres Aufenthaltes gemacht hätten. Die Fülle an Informationen erschlug uns nicht, führte aber immer wieder zu Aha-Erlebnissen. Zudem mündete der Rundgang in einer Verköstigung 12 verschiedener Zucker- und 4 verschiedener Rumsorten: Ein gelungener Startschuss in unseren „Urlaub“!
Jim Knopf und...

...seine Emma

Sarah genießt erst Zucker...

... und dann Rum!

 80 kg Zucker: Magnus vs. Coolie

"Fermé pour cause de décès" - Sowohl der Französisch- als auch der Kreollehrer
muss hier beide Augen zudrücken, um den Rotstift stecken zu lassen
In den folgenden Tagen versuchten wir die Welt als mal wieder aus Touri-Augen zu sehen und den Alltag etwas schleifen zu lassen. Das heißt: Strand, Sonne tanken, Souvenirs shoppen, Fotos schießen. Zum Glück kann man das Schöne ja auch mit dem Nützlichen verbinden, sodass das ein oder andere Pläuschken zur Vorlage für Konversationen in unserem Buch wurde und die Fotos häufig die Perlen des mauritischen Sprachgebrauchs widerspiegeln. Gerade die frappierenden Faux Pas auf Reklameschildern und die Alltagsszenen wurden zu beliebten Motiven. Am Mittwoch fuhren wir mal wieder nach Henrietta, denn Magnus wollte endlich wieder eine vernünftige Frisur auf dem Kopf haben. Zum Glück machte „Amid with the magic fingers“ eine Ausnahme und beendete seine Mittagspause frühzeitig, um Magnus zu frisieren. Der freundliche Friseur war ganz schockiert, dass es unser vermutlich letzter Besuch in seinem Salon war und bat uns, uns wenigstens noch von ihm zu verabschieden bevor wir fliegen.


Hindutempel und Bergkulisse (Le Pouce und Pieter Both)

Wenn man die schweren Einkäufe auf dem Kopf trägt,
hat man 2 Hände frei!


Baustellenampel mauritischer Art

Alle diese Lädchen sind gut besucht!


So wartet man doch gerne auf den Bus

Ein Hügel voller Ananasfelder

Zweckmäßig ist das neue Schön!




Der Nicolière-Stausee

Für den Hunger zwischendurch gibt es mobile Farata-Verkäufer

Westliche Kleidung ist genauso en vogue wie indische Saris
Der Antizyklon hält die Einwohner von Goodlands nicht vom
Shopping ab
Gestern sind wir schon ganz früh aufgestanden um eine Tour über die Insel zu machen. Unser Ziel waren die Städte Goodlands und Poudre d’Or. Dabei sind wir über die Dörfer gejuckelt und haben immer mal wieder an schönen Stellen angehalten. Da gerade ein Antizyklon viel Regen und kalten Wind mit sich bringt, hatten wir in Poudre d’Or das Gefühl an der Nordseeküste zu sein. Beim Betrachten des Monuments von Paul und Virginie wären wir fast weggeflogen. In Goodlands konnten wird das bunte Treiben der Stadt beobachten. In der Hauptstraße reiht sich ein Textilgeschäft ans nächste. Uns war schnell klar, dass wir beim nächsten Mal mehr Zeit mitbringen müssen und dies nicht unser letzter Besuch dort sein würde.









Gerlinde lud zu einem illustren deutschen Abend
Am Nachmittag waren wir bei Gerlinde zu einem Deutschen-Treffen eingeladen. Unter dem Motto Bring and Share fanden sich zahlreiche deutsche Auswanderer in Gerlindes Garten ein. Es gab viele Leckereien unter anderem Apfelstrudel mit Vanilleeis und bei einem Glas Weißwein tauschten wir Erfahrungen aus und fanden auch ein paar Interessenten für unser Kreol-Deutsch Buch. Die Generalprobe für die Rückkehr in die Heimat glückte also auch. Percy erzählte uns, dass er abends noch zu einem Konzert in Rose Hill fahren würde und wir beschlossen kurzer Hand uns anzuschließen.

Lespri Ravann machen Stimmung
Im Institut français de Maurice spielte die zehnköpfige mauritische Band Lespri Ravann unter anderem auf traditionellen Instrumenten, wie der Ravanne-Trommel. Mit rhythmischer Musik und kreolischem Gesang begeisterte die Band das Publikum und letztlich hielt es kaum jemanden auf den Sitzen. Für uns war es wieder mal eine tolle Erfahrung die Texte über Bildung, Alkoholismus und häusliche Gewalt verstehen zu können. 





Das Zuckerrohr ist inzwischen 3-4 Meter hoch und reicht
fast bis an die Strommasten
Gemüse anbauen ist mühsame Handarbeit
Heute fuhren wir wieder mal nach Quatre Bornes auf den Markt. Sonntags gibt es dort nicht nur Gemüse sondern auch jede Menge Textilien und Souvenirs. Wir stöberten in aller Ruhe und stundenlang und wurden sogar hier und da fündig. Gerade das Handeln und Feilschen macht den Besuch auf dem Basar aus.





Die Familien Michel und Marie luden uns zum Essen ein
Auf Mauritius wird heute Muttertag gefeiert. Die Familie von Oswaldo wollte Mama, Schwiegermama und Oma gebührend bei einem Essen in einem indischen Restaurant feiern und lud auch uns dazu ein. Da Ginette in vielen Situationen innerhalb dieses Jahres eine Art Ersatzmama für uns wurde, besorgten wir auf dem Markt noch einen schönen Strauß Blumen und fuhren anschließend zum Restaurant. Wir waren zum ersten Mal in einem indischen Restaurant. Indische Speisen kennen wir sonst nur von der Rotibude am Strand oder Briyani aus der Unimensa. Mit der Speisekarte waren wir also komplett überfordert. Zum Glück nahm Giovi das Zepter in die Hand und bestellte gefülltes Naan und verschiedene Saucen für alle, sodass wir uns nur noch für eine Fleischsorte entscheiden mussten. Lange Rede kurzer Sinn: das Essen war fantastisch! 

Der Ausblick vom Mt. Nicolière

Heute Abend werden die Mütter noch weiter gefeiert. Davon berichten wir euch dann im nächsten Blogeintrag! Zum Abschluss noch ein paar Fotos unserer Tour in den Nordosten..

Bis dahin! Bonn sware

Sarah & Magnus
Leider war es am Hindutempel in Poste de Flacq sehr verregnet

Ein ganz normaler Vorgarten...

Quincaillerie steht in den meisten Fällen für "Haushalts- und Eisenwarengeschäfte"
Also quasi einmal Alles

Wäre es sonnig gewesen,
hätte diese Wurzel Sarah vielleicht in den Schatten gestellt

Im direkten Vergleich mit einem Hünen wie Magnus
sieht man erst einmal wie riesig das Zuckerrohr ist
"Unser Land - unser Stolz" - Aids-Präventionskampagne in Goodlands
In Poste de Flacq fanden wir einen Schrottplatz mit diesem
ausgeschlachteten Mini Cooper

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